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Der zweite rechtsextreme Landrat in Deutschland – das war das Ziel der AfD bei der Wahl am 19. April in der Uckermark (Brandenburg). Der bisher einzige und erste AfD-Landrat in Sonneberg (Thüringen) sollte kein Einzelfall bleiben. Doch Felix Teichner von der AfD scheiterte krachend: Er kam auf 40 Prozent, während die amtierende CDU-Landrätin Karina Dörk mit 60 Prozent gewann.

Kein rechtsextremer Landrat für die Uckermark

Die AfD hatte sich gute Chancen ausgerechnet: Teichner hatte bereits zweimal das Direktmandat für die Partei in der Uckermark für den brandenburgischen Landtag geholt. Seit 2019 prägt er dort die Linie der AfD auf Landesebene. Mit Folgen: Seit 2025 stuft der Verfassungsschutz die AfD Brandenburg als gesichert rechtsextrem ein

Der AfD-Politiker steht für Ausgrenzung und Hass. Das bewies er auch im aktuellen Wahlkampf um den Landratsposten. Gleich zu Beginn kassierte er eine Strafanzeige wegen möglicher NS-Symbolik auf einem Wahlplakat. Als Landrat hätte er die menschenfeindliche Agenda seiner Partei direkt in der Region vorantreiben können; beispielsweise bei der Vergabe von Geldern für schulische Projekte zur Demokratiebildung, für Integrationsprojekte oder für die Kulturförderung.

Die Strategie der AfD: Über Kommunen an die Macht?

Um ihre Macht auszubauen, setzt die AfD auf die kommunale Ebene. In vielen Kommunen stellt die rechtsextreme Partei bereits die stärkste Fraktion. Auf Bundes- und Landesebene haben es die Rechtsextremen hingegen deutlich schwerer. Dort wahren die demokratischen Parteien in den meisten Fällen die Brandmauer und schließen die AfD von politischen Beschlüssen aus. 

Erst letzten Monat bei der Kommunalwahl in Bayern ließ sich die AfD tief in ihre Karten blicken: Deren Fraktionschefin im Landtag will das Ende der Brandmauer. Die Strategie ist klar: Über kommunale Spitzenämter will die Partei Berührungsängste abbauen. Dafür will die AfD unbedingt Posten mit Regierungsverantwortung erringen.

Warum die AfD in der Uckermark verloren hat

Um das zu verhindern, wird Campact überall dort aktiv, wo es knapp werden könnte. Mit Erfolg: In der Uckermark haben wir gemeinsam mit der Zivilgesellschaft vor Ort Teichner als zweiten AfD-Landrat in Deutschland verhindert. Frühzeitig vor der Wahl haben sich ganz unterschiedliche Menschen aus der gesamten Uckermark zusammengeschlossen.

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Sie kamen vom evangelischen Kirchenkreis, engagierten sich in der Bürgerstiftung Barnim Uckermark oder bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA). Bei Demokratiefesten, Bürgerdialogen und mit einem offenen Brief kämpften sie dafür, dass die Uckermark in demokratischer Hand bleibt. Am Ende hatten über 800 Menschen den offenen Brief unterzeichnet – darunter ehemalige Polizei- und Kreistagspräsident*innen, Gastwirt*innen, Kulturfördernde und viele Einzelpersonen.

Alle zusammen gegen Rechtsextremismus

Hier setzten auch wir an. Denn um eine rechtsextreme Regierung zu verhindern, braucht es eine breite und vielfältige Brandmauer in der Gesellschaft: Alle Demokrat*innen müssen sich zusammenschließen. 

Landtagswahlen 2026

2026 will die AfD erstmals ein Bundesland regieren – dafür steckt sie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern 2,5 Millionen Euro in den Wahlkampf. Nun legen wir zusammen und kontern mit dem NoAfD-Fonds jeden Euro der Rechtsextremen.

Gerade bei kommunalen Stichwahlen fällt die Beteiligung oft niedrig aus. Kommt die demokratische Kandidatin oder der demokratische Kandidat nicht von der eigenen Wunschpartei, bleiben manche Wähler*innen zu Hause. Diese Schieflage nutzt die AfD. Sie bringt alle ihre Anhänger*innen zur Urne.

Um dem etwas entgegenzusetzen, haben wir alle Demokrat*innen dazu aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen. Mittels Briefwahl wollten wir die Wahlbeteiligung steigern. Mit Info-Sendungen an alle Haushalte in der Uckermark, Zeitungsanzeigen und digitaler Werbung haben wir die Briefwahl bekannt gemacht. Das hat gewirkt: Gegenüber der Landratswahl 2018 hat sich die Zahl der abgegebenen Stimmen fast verdoppelt, berichtet auch Tagesschau Online. Am Ende scheiterte der AfD-Mann krachend gegen seine demokratische Rivalin.

Eine ganze Reihe Niederlagen für die AfD

Die Strategie der AfD geht nicht auf. Überall wo die rechtsextreme Partei ihren Erfolg aus Sonneberg von 2023 wiederholen wollte, ist sie gescheitert. Nicht einen Landratsposten konnte sie seitdem wieder ergattern. Bei acht Landratswahlen in Ostdeutschland wollte sie das dieses Jahr ändern. Aber nach den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße hat sie mit der Uckermark bereits vier von acht Wahlen verloren.

Auch im Rennen um die Bürgermeisterämter läuft es für die AfD schlecht. Bei den Kommunalwahlen in Bayern und Hessen dieses Jahr schafften ihre Kandidat*innen es nicht in eine einzige Stichwahl. Und selbst in den meisten ostdeutschen Kommunen verfehlte sie bisher das Regierungsamt. In Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin schied die AfD letzte Woche schon vor der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt aus.

Rechtsextreme sind besiegbar

International zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. Dort wo Rechtsextreme es an die Macht geschafft haben, werden sie wieder abgewählt. Jüngst der langjährige Staatschef Viktor Orbán in Ungarn. Aber auch in Polen, in den Niederlanden oder in Brasilien mussten Rechtsextreme ihre Posten räumen. Oder um ihre Macht bangen – wie Giorgia Meloni in Italien nach ihrer gescheiterten Justizreform. Oder Donald Trump nach einer ganzen Reihe von Pleiten für seine Partei in etlichen lokalen, regionalen und landesweiten Wahlen seit seinem Amtsantritt.

Was wir daraus lernen: Rechtsextreme sind besiegbar. Auch der Aufstieg der AfD ist keine Naturgewalt. Überall dort wo sich Demokrat*innen verbünden, kommen die Rechtsextremen nicht durch. Hält die Brandmauer, scheitert die Strategie der AfD, ihre Macht über die Kommunen auszubauen. Und die Uckermark zeigt einmal mehr: Von wegen blaue Welle. Nicht mit uns.


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