
Die nächste Hitzewelle in Deutschland steht in den Startlöchern. Auch wenn sie laut Prognosen milder ausfallen soll als die letzte, stecken die vergangenen Wochen vielen noch in den Knochen. Gerade denen, die Hitze nicht so gut aushalten können. Das zeigt auch die Karikatur von Christiane Pfohlmann: Während junge, gesunde, sportliche Menschen das „heitere Wetter“ genießen können, leiden ältere und erkrankte Menschen massiv.
Rund 5.000 Hitzetote mehr als in den Vorjahren
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Wochenende erschreckende Zahlen vorgelegt. Nach Schätzungen starben 2026 bisher 5.100 Menschen an den Folgen extremer Hitze. Die Forschenden haben Daten bis zum 28. Juni ausgewertet; das bezieht also nur einen Teil der letzten Hitzewelle mit ein. Die Zahl übertrifft damit bereits zur Jahresmitte die Werte der gesamten Vorjahre bis einschließlich 2020.
Anhaltende Hitze kann Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und psychischen Störungen wie Schizophrenie oder Depression verschlimmern. Oft ist das der Punkt, an dem sich der Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert – bis hin zum Tod.
Petition: Reiche entlassen
Statt den Folgen der Klimakrise etwas entgegenzusetzen, vertritt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lieber die Interessen der Gaslobby. Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, fordert Fridays for Future Deutschland die Entlassung von Lobbyministerin Reiche. Mach mit!
Merz und Reiche hören nicht zu
Trotz dieser eindeutigen Warnsignale ignoriert die Regierung das Problem. Die Koalition beschloss am Freitag kurz vor der parlamentarischen Sommerpause das neue Heizungsgesetz. Symbolpolitik, die eigentlich nur dazu da ist, um das alte Heizungsgesetz der Vorgängerregierung zu kippen. Statt den Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben, zementiert das Gesetz die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Der Anteil der Erneuerbaren bei neuen Heizungen spielt in Zukunft keine Rolle mehr, und auch weit nach 2044 soll in Deutschland mit fossilen Brennstoffen geheizt werden.
Klimaziele? Scheinbar egal. Gut, dass das Verfassungsgericht aller Wahrscheinlichkeit nach dieses Gesetz so nicht stehen lassen wird.
Campact-Vorstand Christoph Bautz auf LinkedIn
Jetzt: Hitzegipfel und mehr Hitzeschutz!
Wer an Klimakrisenfolgenbekämpfung spart, zahlt am Ende mit Menschenleben, findet nicht nur Campact-Vorstand Christoph Bautz. Die Organisation GermanZero fordert deshalb gemeinsam mit anderen: Es braucht einen Hitzegipfel. Mit Gesundheitsexpert*innen, Bürger*innenbeteiligung, Politik und Zivilgesellschaft. Damit wir endlich gemeinsam über die lebensbedrohlichen Folgen von Hitze sprechen und wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen können.
Eine Idee, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen, wird bereits seit Jahren in Sevilla (Spanien) umgesetzt: Dort bekommen Hitzewellen Namen, wie es für Hoch- und Tiefdruckgebiete bereits üblich ist. Das ist Teil eines größeren Hitzeschutzkonzepts. „Diese neue Methode soll Bewusstsein für die tödlichen Auswirkungen des Klimawandels schaffen und letztendlich Leben retten“, sagten die Verantwortlichen damals dazu.
Der deutsche Linken-Politiker Martin Schirdewan schlug schon damals vor, Hitzewellen nach Konzernen mit schlechter Klimabilanz zu benennen. Zukünftig könnten solche Wochen wie Ende Juni also vielleicht „Exxon“, „Gazprom“ oder auch „RWE“ heißen.
Teile diese Grafik, wenn Du diese Idee unterstützt.
