AfD CDU Gesundheit Klimakrise Soziale Gerechtigkeit Antirassismus Rechtsextremismus Demokratie Künstliche Intelligenz Desinformation

Springer-Chef Mathias Döpfner soll den Bundeskanzler gedrängt haben, sich für eine Zusammenarbeit mit der AfD zu öffnen. Zunächst im Bundestagswahlkampf, und dann noch mal Anfang dieses Jahres. Das geht aus Recherchen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hervor, nachzuhören im Podcast „Wenn Sie wüssten…“. Die Informationen stammen laut RND aus dem Umfeld von Merz und Döpfner. Springer dementiert, dass diese Einflussnahme stattgefunden hat, nennt die Zitate „frei erfunden“.

Druck auf Friedrich Merz

Laut RND soll Merz auf Döpfners Forderungen mit Ablehnung reagiert haben, wird wahlweise mit „Das wird nicht passieren“ oder sogar mit „Nur über meine Leiche“ zitiert. Schließlich soll der Kanzler das Gespräch beendet haben. Döpfner habe gesagt: „Das werden Sie noch bereuen.“

Willkommen im Campact-Blog

Schön, dass Du hier bist! Campact ist eine Kampagnen-Organisation, mit der über 4,5 Millionen Menschen für progressive Politik streiten. Im Campact-Blog schreiben das Team und ausgezeichnete und versierte Gast-Autor*innen über Hintergründe und Einsichten zu progressiver Politik.

Ein Blick auf die vergangenen Monate und Jahre zeigt: Döpfner spielt immer wieder eine Rolle, wenn es um Donald Trump, Elon Musk und die AfD geht. Erst im März äußerte sich Kanzler Merz während einer Pressekonferenz zur Landtagswahl in Baden-Württemberg folgendermaßen: „Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Bundestag nicht suchen. Ich werde es nicht tun.“

Beten für Donald Trump

Aber da wären zunächst Döpfner und Trump. In einer E-Mail schrieb Döpfner vor der US-Wahl 2020: „Wollen wir alle am 3. November morgens eine Stunde in uns gehen und beten, dass Donald Trump wieder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird?“ Döpfner behauptete zunächst, die Mail habe es nicht gegeben: „Das existiert nicht. Das wurde nie geschickt und wurde nie auch nur gedacht.“ Bis die Washington Post ihm eine ausgedruckte Version vorlegte. Das Bekanntwerden der Mail nutzte Trump, um Döpfner „very brilliant“ zu nennen und wahrheitswidrig zu behaupten, er habe die Wahl tatsächlich gewonnen.

Dann Döpfner und die US-Tech-Bros. Allen voran der reichste Mann der Welt: Elon Musk, der regelmäßig durch Verschwörungserzählungen, Desinformation und Werbung für Rechtsextremisten aller Art auffällt. Musk war zu Gast auf Döpfners 60. Geburtstag. Döpfner empfahl sich nach der Twitter-Übernahme per SMS als Berater.

Elon Musks AfD-Werbung in der Welt

Döpfner soll außerdem involviert gewesen sein, als Elon Musk vor der vergangenen Bundestagswahl in einem Gastbeitrag in der Welt für die AfD warb. Schon damals verbreitete Musk einschlägige Verschwörungserzählungen und warb für die AfD mit den Worten „Nur die AfD kann Deutschland retten“. Der Redaktionsausschuss der Welt warnte damals vor der Veröffentlichung. Mehr als 40 Redakteurinnen und Redakteure protestieren. Die Chefin des Meinungsressorts kündigte.

Wer beeinflusst wen?

Und gerade erst war Mathias Döpfner als Redner auf einer Konferenz der „Alliance for Responsible Citizenship“ (ARC) in London. Ebenso wie Nigel Farage und eine bunte Mischung aus Klimawandelleugnern, Abtreibungsgegnern und MAGA-Fans. Als Geldgeber traten unter anderem Großspender von Nigel Farages rechtspopulistischer Partei Reform UK auf. Aber auch der Gründer des britischen Senders GB News, der immer wieder Klimawandelleugnern eine Plattform bietet.

Im vergangenen Jahr raunten die Springer-Blätter Bild und Welt von einem „Schattenstaat“ der NGOs, die vermeintlich Einfluss auf die Regierung ausüben würden. Dass Döpfner und Kanzler Merz sich offenbar mehrfach zu Vier-Augen-Gesprächen trafen, wirkt da umso befremdlicher.


Ein Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte belegt: Die AfD ist nachweislich verfassungswidrig. Schon über 700.000 Menschen fordern von der Bundesregierung, umgehend einen Antrag auf ein Verbot der AfD auszuarbeiten. Schließe Dich jetzt an und unterzeichne den Campact-Appell an Bundeskanzler Friedrich Merz!

Unterzeichne für ein AfD-Verbot


Autor*innen

Karolin Schwarz arbeitet als Autorin und hat die Angewohnheit, ihre Nase in die dunklen Ecken des Internets zu stecken. Sie beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Desinformation, Rechtsextremismus und Plattformen. Ihr Buch "Hasskrieger: Der neue globale Rechtsextremismus" erschien 2020 im Verlag Herder. Als Gast-Autorin für Campact schreibt sie über Desinformation. Alle Beiträge

Auch interessant

AfD Karolin Schwarz Kein Eisbärenmord: Der Kreml im Informationskrieg gegen Friedrich Merz Mehr erfahren
AfD Campact-Team Was tun gegen die AfD? 5 Dinge, die Du sofort anpacken kannst Mehr erfahren
AfD Campact-Team GFF-Gutachten belegt: AfD ist nachweislich verfassungswidrig Mehr erfahren
AfD Campact-Team „Demokratiekongress“ der AfD: Wir checken die Gästeliste Mehr erfahren
AfD Campact-Team Montagslächeln: pro familia und die AfD Mehr erfahren
AfD Campact-Team Simson, Jutebeutel und Ostidentität: Wie die AfD in Ostdeutschland mobilisiert Mehr erfahren
AfD Campact-Team AfD in Sachsen-Anhalt: Was Beamt*innen jetzt wissen müssen Mehr erfahren
AfD „Wie Rechte reden“ „Ich will mein Kind schützen“ – wie Queerfeindlichkeit als Fürsorge getarnt wird Mehr erfahren
AfD Campact-Team AfD für Putin: Wie eng sind die Beziehungen? Mehr erfahren
AfD Vera Kuchler So frauenfeindlich ist die AfD in Sachsen-Anhalt Mehr erfahren

Campact als Deine Lieblingsquelle

Du willst etwas dafür tun, dass politische Analysen und progressive Nachrichten im Vordergrund stehen? Dann füge Campact über die neue Google-Funktion als bevorzugte Quelle hinzu. So werden Dir unsere neuesten Beiträge schneller angezeigt. Klicke dazu auf diesen Link und setze einen Haken. Wichtig: Du musst dafür mit Deinem Google-Konto angemeldet sein. Weitere Infos findest Du im Blog von Campact.

Verzichtest Du lieber auf Google? Dann suche uns gern über Ecosia oder andere alternative Anbieter.