Springer-Chef Mathias Döpfner soll den Bundeskanzler gedrängt haben, sich für eine Zusammenarbeit mit der AfD zu öffnen. Zunächst im Bundestagswahlkampf, und dann noch mal Anfang dieses Jahres. Das geht aus Recherchen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hervor, nachzuhören im Podcast „Wenn Sie wüssten…“. Die Informationen stammen laut RND aus dem Umfeld von Merz und Döpfner. Springer dementiert, dass diese Einflussnahme stattgefunden hat, nennt die Zitate „frei erfunden“.
Druck auf Friedrich Merz
Laut RND soll Merz auf Döpfners Forderungen mit Ablehnung reagiert haben, wird wahlweise mit „Das wird nicht passieren“ oder sogar mit „Nur über meine Leiche“ zitiert. Schließlich soll der Kanzler das Gespräch beendet haben. Döpfner habe gesagt: „Das werden Sie noch bereuen.“
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Ein Blick auf die vergangenen Monate und Jahre zeigt: Döpfner spielt immer wieder eine Rolle, wenn es um Donald Trump, Elon Musk und die AfD geht. Erst im März äußerte sich Kanzler Merz während einer Pressekonferenz zur Landtagswahl in Baden-Württemberg folgendermaßen: „Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Bundestag nicht suchen. Ich werde es nicht tun.“
Beten für Donald Trump
Aber da wären zunächst Döpfner und Trump. In einer E-Mail schrieb Döpfner vor der US-Wahl 2020: „Wollen wir alle am 3. November morgens eine Stunde in uns gehen und beten, dass Donald Trump wieder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird?“ Döpfner behauptete zunächst, die Mail habe es nicht gegeben: „Das existiert nicht. Das wurde nie geschickt und wurde nie auch nur gedacht.“ Bis die Washington Post ihm eine ausgedruckte Version vorlegte. Das Bekanntwerden der Mail nutzte Trump, um Döpfner „very brilliant“ zu nennen und wahrheitswidrig zu behaupten, er habe die Wahl tatsächlich gewonnen.
Dann Döpfner und die US-Tech-Bros. Allen voran der reichste Mann der Welt: Elon Musk, der regelmäßig durch Verschwörungserzählungen, Desinformation und Werbung für Rechtsextremisten aller Art auffällt. Musk war zu Gast auf Döpfners 60. Geburtstag. Döpfner empfahl sich nach der Twitter-Übernahme per SMS als Berater.
Elon Musks AfD-Werbung in der Welt
Döpfner soll außerdem involviert gewesen sein, als Elon Musk vor der vergangenen Bundestagswahl in einem Gastbeitrag in der Welt für die AfD warb. Schon damals verbreitete Musk einschlägige Verschwörungserzählungen und warb für die AfD mit den Worten „Nur die AfD kann Deutschland retten“. Der Redaktionsausschuss der Welt warnte damals vor der Veröffentlichung. Mehr als 40 Redakteurinnen und Redakteure protestieren. Die Chefin des Meinungsressorts kündigte.
Wer beeinflusst wen?
Und gerade erst war Mathias Döpfner als Redner auf einer Konferenz der „Alliance for Responsible Citizenship“ (ARC) in London. Ebenso wie Nigel Farage und eine bunte Mischung aus Klimawandelleugnern, Abtreibungsgegnern und MAGA-Fans. Als Geldgeber traten unter anderem Großspender von Nigel Farages rechtspopulistischer Partei Reform UK auf. Aber auch der Gründer des britischen Senders GB News, der immer wieder Klimawandelleugnern eine Plattform bietet.
Im vergangenen Jahr raunten die Springer-Blätter Bild und Welt von einem „Schattenstaat“ der NGOs, die vermeintlich Einfluss auf die Regierung ausüben würden. Dass Döpfner und Kanzler Merz sich offenbar mehrfach zu Vier-Augen-Gesprächen trafen, wirkt da umso befremdlicher.
Ein Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte belegt: Die AfD ist nachweislich verfassungswidrig. Schon über 700.000 Menschen fordern von der Bundesregierung, umgehend einen Antrag auf ein Verbot der AfD auszuarbeiten. Schließe Dich jetzt an und unterzeichne den Campact-Appell an Bundeskanzler Friedrich Merz!