Nicht nur in Sachsen-Anhalt, auch in Berlin stehen Wahlen an. Am 20. September entscheiden wir in der Hauptstadt, wer die nächste Regierung stellt und wer Bürgermeister*in wird.
Berlin als Sauna
Wir haben einen klassischen Wahlkampfsommer: Seit Anfang August hängen Wahlplakate. Wenn man aus der Bahn steigt, trifft man aktive Wahlkämpfer*innen der Parteien. Gleichzeitig war Berlin die letzten Wochen und Monate im Ausnahmezustand. In diesem Sommer erlebte die Stadt neue Hitzerekorde. Die Klimakrise zeigte sich hier vor Ort und machte Berlin zur Sauna. Tropische Nächte, Öffis im Ausnahmezustand, Krankenhäuser, die Betroffene von Hitze versorgen.
All das klingt nach einer Notlage, wird aber mit der immer weiter eskalierenden Klimakrise zur Normalität. Berlin muss sich dieser Normalität jetzt stellen.
Bei dieser Wahl entscheiden wir nicht nur über Sauberkeit oder Bürokratie in Berlin. Wir entscheiden, wie Berlin in den nächsten vier Jahren mit der Klimakrise umgeht: Macht der nächste Senat einfach so weiter und dreht Klimaschutzmaßnahmen zurück? Oder macht er sich Klimaschutz und Klimaanpassung zur Aufgabe?
Wir müssen uns fragen: Für wen ist die Stadt da? Für die Autos oder für uns Menschen? Wollen wir weiter fossile Konzerne unterstützen oder konsequent auf saubere und unabhängige Energien setzen?
Wie soll’s mit Berlin weiter gehen?
Für uns ist es klar: Wir wollen ein Berlin, das lebenswert ist – heute und morgen. Wir wollen ein Berlin, das sich der Klimakrise stellt, sich auf sie einstellt und gleichzeitig aktiv mehr Klimaschutz durchsetzt.
Seit Anfang des Jahres haben wir gemeinsam mit Wissenschaftler*innen Forderungen für die Wahl erarbeitet. Im Juli haben wir sie veröffentlicht, für diese Bereiche: Mobilität, Energie- & Wärmewende, Wohnen & Bauen, Bildung und Klimaanpassung.
Obwohl Berlin buchstäblich von der Klimakrise gekocht wurde, ist sie kein aktives Wahlkampfthema. Genau das wollen wir ändern: Für Donnerstag, dem 10. September, haben wir eine Podiumsdiskussion organisiert – mit allen demokratischen Parteien, die bereits im Abgeordnetenhaus sitzen. Wir müssen über die Klimakrise reden. Wir müssen unsere Politiker*innen daran messen, welche Antworten sie für uns Berliner*innen haben.
Was diese Wahl entscheiden soll
Wir können und werden keine klare Wahlempfehlung für eine Partei aussprechen. Für konsequenten Klimaschutz setzen wir uns ein – egal, welcher Senat regiert.
Eines wissen wir: Denken wir die Klimakrise mit, verringern wir nicht nur die Klimaveränderungen und ihre Folgen. Wir machen Berlin zu einer Stadt für uns Menschen. Wir könnten ein grüneres Berlin haben, einen ausgebauten ÖPNV und weniger Abhängigkeiten zu Autokraten. Berlin kann das, da sind wir uns sicher. Lasst uns weiter gemeinsam, Seite an Seite, dafür laut sein.
Text: Anael Back, Fridays for Future Berlin
Überlastete Notaufnahmen, rationiertes Trinkwasser, aufgesprengte Straßen: Statt den Folgen der Klimakrise etwas entgegenzusetzen, vertritt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lieber die Interessen der Gaslobby. Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, fordert Fridays for Future Deutschland die Entlassung von Lobbyministerin Reiche. Schließe Dich über 300.000 Menschen an: