Jeden Tag, jede Nacht, oft ohne Pause und über Jahre in Bereitschaft. Jenny und Ursula pflegen selbst Angehörige. Sie kennen den Alltag, der dahinter steckt: Medikamente richten, Waschen, Arzttermine organisieren, nachts aufstehen. Sie tun das unbezahlt, aus Liebe und Verantwortung.
Warken wollte Rentenpunkte kürzen
Dann kündigte die damalige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) an, ausgerechnet bei den Rentenpunkten für diese Arbeit zu sparen. Das wollten Jenny und Ursula nicht hinnehmen.
Petition: Keine Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige
87 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Ab Pflegegrad 2 stehen den pflegenden Angehörigen Rentenpunkte zu. Diese wollte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) streichen. Ursula Bütgen und Jenny Burkart wehren sich – und starten eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact.
Pflegende Angehörige können nicht streiken. Sie hören nicht auf zu pflegen, nur weil ihre Rente sinkt. Eine Kürzung wäre ungerecht und ein Schlag ins Gesicht für alle, die Tag für Tag pflegen. Also starteten die beiden auf WeAct die Petition „Keine Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige“.
Petition, Postkarten und Übergabe
Innerhalb weniger Wochen unterzeichneten knapp 250.000 Menschen. Offenbar trafen sie einen Nerv. Pflegende Angehörige bekamen endlich eine Stimme, die alle hören konnten. Doch die beiden sammelten nicht nur Unterschriften: Unter dem Motto „Frau Warken bekommt Post“ riefen sie dazu auf, der CDU-Ministerin Postkarten zu schicken. Mit Klarnamen, höflich, und mit einer klaren Botschaft: Keine Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige. Viele Karten hatten Witz, etwa eine Trauerkarte mit „Aufrichtige Anteilnahme … für den Shitstorm, den Sie mit Ihren Vorschlägen zur Pflegereform erhalten“ oder ein „Wünsch dir was … eine Pflegereform, die sozial gerecht ist“. Auf Instagram teilten Unterstützer*innen ihre Karten unter den Hashtags #pflegereform #rentenpunkte #pflegendeangehörige.
Die beiden suchten auch das Gespräch mit Politiker*innen der CDU, und machten dort ordentlich Stimmung gegen die Kürzung. Am 29. September 2026 übergaben sie die Petition mit 242.604 Unterschriften persönlich in Berlin. Ihre Botschaft: Hinter jeder Unterschrift steht ein Mensch steht, der pflegt oder Pflegende kennt.
Das Ergebnis: Die Kürzung ist vom Tisch
Der Druck hat gewirkt. Die Kritik an der Kürzung wurde immer lauter – von Pflege- und Sozialverbänden, aus den Ländern und quer durch die Parteien, auch aus der CDU selbst. Jenny und Ursula haben mit ihrer Petition und ihren Postkarten dafür gesorgt, dass niemand die Betroffenen überhören konnte.
Ende Juli übernahm Carsten Linnemann (CDU) das Gesundheitsministerium. Im August kündigte der neue Minister an, die Rentenpunkte für pflegende Angehörige zu erhalten. Jetzt hat das Kabinett den Gesetzentwurf beschlossen und die Kürzung steht nicht mehr darin.
Für pflegende Angehörige heißt das: Jedes Pflegejahr bringt weiterhin ein spürbares Rentenplus – laut t-online-Berechnung steigt die Monatsrente pro Pflegejahr um rund 39 Euro mit Pflegegrad 5 und um 10,49 Euro mit Pflegegrad 2.
Doch: Ein ein Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz. Bundestag und Bundesrat müssen der Reform noch zustimmen. Bis dahin bleiben wir wachsam, damit die Kürzung nicht durch die Hintertür zurückkommt.
Danke, Jenny und Ursula
Zwei pflegende Angehörige aus Köln haben neben ihrer eigenen Pflegearbeit Zeit und Kraft in eine Kampagne gesteckt und damit richtig was erreicht. Ihr Engagement hat entscheidend dazu beigetragen, die Kürzung zu stoppen. Ihre Geschichte zeigt: Wer sich gemeinsam einmischt, kann Politik verändern.
Über 200.000 Unterschriften und eine Postkarten-Aktion später: Jenny und Ursula aus Köln haben bewiesen, zivilgesellschaftlicher Widerstand lohnt sich! Ob national, lokal oder regional: Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, kannst Du in wenigen Minuten Deine eigene Kampagne starten. Du willst jetzt gerne eine schlagkräftige Petition erstellen, aber weißt nicht wie? Hier findest Du Tipps, damit Deine Petition Erfolg hat.