Norddeutsche Länder für Abbiege-Assistenten als EU-Vorgabe für LKW
“Unfall-Überlebende und die über 135.000 Menschen, die unsere Petition unterzeichnet haben, begrüßen diese Entscheidung des Bundesrates ganz sicher. Jedes Jahr kommen Dutzende Menschen – vor allem Radfahrerinnen und Radfahrer – zu Tode, weil sie im toten Winkel von LKW übersehen werden,” sagt Simone Katter von WeAct. “Das ist beschämend, weil es längst technische Systeme zur Unfallverhütung gibt. Jetzt kann Bundesverkehrsminister Scheuer nicht weiter untätig bleiben.”
Auch Janine Schulz drängt seit langem auf Schutz-Maßnahmen. Sie hat die Petition auf der Online-Plattform WeAct im Mai 2018 gestartet. Die Erzieherin ist als Radfahrerin selbst Opfer eines Unfalls mit einem abbiegenden LKW geworden. Zwei Wochen lag sie im künstlichen Koma, noch heute spürt sie die Folgen. „Ich möchte, dass Schulkinder, ich selbst und einfach jeder ohne Angst aufs Fahrrad steigen kann“, sagt Janine Schulz.
WeAct-Petition für mehr Sicherheit im Verkehr
Kameras und akustische Warnsysteme könnten die LKW-Fahrerinnen und -fahrer auf Menschen im toten Winkel aufmerksam machen. Zuverlässige Anlagen kosten etwa 1.500 Euro. Ganz konkret will der Bundesrat, dass sich die Bundesregierung auf EU- und internationaler Ebene dafür einsetzt, dass solche Systeme sowohl in den Typengenehmigungsvorschriften für Lkw ab 7,5 Tonnen als auch über Nachrüstpflichten vorgeschrieben werden. Einen Beratungstermin der Bundesregierung gibt es noch nicht. Auch für die Übergabe der WeAct-Petition an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gibt es noch keinen Termin.