13.000 Stühle vor dem Bundestag: „Lager evakuieren, der Platz ist da!“

  • 13.000 Stühle vor dem Bundestag als Symbol der Aufnahmebereitschaft für schutzsuchende Menschen aus Moria und allen überfüllten Lagern an den EU-Außengrenzen
  • Seebrücke, Sea-Watch, #LeaveNoOneBehind und Campact fordern im Rahmen der antirassistischen Aktionstage von We’ll Come United Politiker*innen dazu auf, die humanitäre Katastrophe an den europäischen Außengrenzen endlich zu beenden und die Lager zu evakuieren
  • Aktionen auch in Bamberg, Dortmund, Darmstadt, Freiburg, Fürth, Hamburg,  Hamburg-Bergedorf, Karlsruhe, Mannheim, Minden, Tübingen, Wildeshausen, Wien

Berlin, 7. September 2020 – 13.000 Stühle vor dem Reichstagsgebäude setzen zum Ende der Sommerpause ein eindrückliches Zeichen für die Aufnahme von schutzsuchenden Menschen. Diese Stühle symbolisieren die Menschen, die momentan in Moria leben, sowie den Platz und die Aufnahmebereitschaft der Städte, Länder und Zivilgesellschaft. Während der Sommerpause hat sich die Lage dort noch weiter verschärft: In Moria wurde die erste Person positiv auf das Corona-Virus getestet. Deshalb fordert das Aktionsbündnis dringender denn je: „Lager evakuieren, der Platz ist da!“

Tareq Alaows von der Seebrücke: „Der Bundestag war in Sommerpause, die akute humanitäre Katastrophe an den europäischen Außengrenzen nicht. Hier stehen über 13.000 Stühle für jeden einzelnen Menschen in Moria, jeder einzelne für ein menschliches Schicksal. Die Notlage verlangt schnelle Hilfe und sofortiges Handeln. Die Bundesregierung hat bisher gerade einmal 465 Menschen in Deutschland aufgenommen, obwohl die Hilfsbereitschaft auf allen Ebenen riesig ist. Das ist absolut absurd, wenn man auf das Leid vor Ort und die Aufnahmebereitschaft hier in Deutschland schaut.“

Doreen Johann von der Organisation Sea-Watch: „Nachdem in den letzten Tagen die Bilder mit Rechtsextremen vor dem Reichstagsgebäude um die Welt gingen, wollen wir zeigen, was stattdessen vor dieses Gebäude gehört: Ein Protest für die Achtung der Menschenwürde und Menschenrechte. Denn in den vergangenen Jahren haben sich Bundestag und -regierung geweigert, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, um schutzsuchende Menschen zu unterstützen.“

Es werden diverse Abgeordnete und Personen des öffentlichen Lebens erwartet, die fünf Jahre nach Angela Merkels „Wir schaffen das“ Stellung zur humanitären Katastrophe an den europäischen Außengrenzen nehmen. Ab 17 Uhr ruft das Aktionsbündnis zu einer Kundgebung auf. Selbstverständlich wird all dies unter strenger Berücksichtigung der Corona-Hygiene-Maßnahmen geschehen.

Die Aktion findet im Rahmen der antirassistischen Aktionstage von We’ll Come United statt und wird gemeinsam von der Seebrücke, Sea-Watch, #LeaveNoOneBehind und Campact organisiert. Mehr Infos unter: https://seebruecke.org/bringt-einen-stuhl

Hier finden Sie ab 14:00 Video- und Foto-Material:  https://www.dropbox.com/sh/hz48inee7pn1n4i/AABwtch4vw4NYXaHCgZwKHX6a?dl=0

Tagesablauf
ab 07:00 Aufbau der Stühle auf der Reichstagswiese (voraussichtlich ca. 6 Stunden)
14:00 Aktionsbild
ab 16:00 Fotoaktion mit Abgeordneten und Prominenten
ab 17:00 Öffentliche Kundgebung

Clara Koschies

Profilfoto Clara Koschies, Pressesprecherin Campact und WeAct

Die Pressestelle bietet Journalist*innen Informationen zu Kampagnen und Themen von Campact und WeAct (auch Bildmaterial) und vermittelt Gesprächspartner*innen.