Appell in NRW: Keine Pestizide in Schutzgebieten

Berlin/Düsseldorf, 28. März 2022. Auf Bundesebene ist klar geregelt, dass in Naturschutzgebieten Pestizide verboten sind, die zum Beispiel als besonders gefährlich für Bestäuber gelten. Doch die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) nimmt durch einen Erlass zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe aus diesem Verbot aus. Damit riskiert sie, dass weiterhin Insekten sterben und empfindliche Ökosysteme zusammenbrechen. In einem gemeinsamen Appell fordert die Bürgerbewegung Campact und das Umweltinstitut München sie deshalb auf: „Kein Gift in Schutzgebieten!“ Mehr als 27.000 Bürger*innen haben den Appell bereits unterzeichnet und setzen sich damit aktiv für den Schutz von Insekten und die Rücknahme des Erlasses ein.

Erst 2021 traten die Änderungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung in Kraft, die das bundesweite Verbot von Pestiziden erheblich ausweiten, etwa auch auf Naturschutzgebiete, Nationalparks und gesetzlich geschützte Biotope. Der NRW-Erlass sieht nun aber vor, dass landwirtschaftliche Betriebe mit einer Ackerfläche von mindestens 30 Prozent in einem geschützten Gebiet weiterhin die giftigen Chemikalien verwenden dürfen. Gleiches gilt, wenn ein Betrieb davon ausgeht, dass er ohne Pestizid-Einsatz mehr als 15 Prozent Umsatz verlieren könnte. 

Dadurch stellt Ursula Heinen-Esser wirtschaftliche Interessen ohne genauere behördliche Prüfung über den Schutz der biologischen Vielfalt – entgegen dem von ihr vertretenen Ziel, den Schutz der für den Menschen so wichtigen Bestäuber und weiteren Nützlinge zu verstärken. Ein vom Umweltinstitut in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, dass der Erlass rechtswidrig ist. 

Zum Appell (mit aktueller Unterschriftenzahl): https://aktion.campact.de/insektenschutz/ausnahmeerlass-nrw/teilnehmen

TEILEN

Auch interessant

Pressemitteilung Özdemir verabschiedet sich von der Agrarwende Pressemitteilung Kein Wirtschaften auf Kosten von Bienen und Schmetterlingen Pressemitteilung Eine haarscharfe Entscheidung für die Natur Pressemitteilung Nationalpark Ostsee retten Pressemitteilung Glyphosat Zusage: Sargnagel für Artenvielfalt Pressemitteilung Glyphosat: Krimi geht in nächste Runde Pressemitteilung Nach Protesten gegen Wasserraub für Erdbeeranbau: Spanien stoppt Gesetz zu illegalen Brunnen in Doñana-Nationalpark Pressemitteilung 49-Euro-Ticket: Mit möglicher Preiserhöhung droht der Todesstoß Pressemitteilung Olaf Scholz muss jetzt das 49-Euro-Ticket retten Pressemitteilung Offener Brief an Söder: Politisch motivierte Ermittlungen gegen die Klimabewegung einstellen
Campact ist eine Bürgerbewegung, mit der über 3 Millionen Menschen für progressive Politik streiten. Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, wenden wir uns mit Online-Appellen direkt an die Verantwortlichen in Parlamenten, Regierungen und Konzernen. Wir schmieden Bündnisse, debattieren mit Politiker*innen und tragen unseren Protest auf die Straße: mit großen Demonstrationen und lokalen Aktionen. So treiben unsere Kampagnen sozialen, ökologischen und demokratischen Fortschritt voran - für eine Welt, in der alle Menschen in Frieden leben und ihre Freiheit gleichermaßen verwirklichen können. NewsletterHilfe und FAQKontaktDatenschutzImpressumCookie Einstellungen