100.000 für 9-Euro-Ticket

In einem Appell fordern Campact und Greenpeace Finanzminister Lindner und Verkehrsminister Wissing dazu auf, das 9-Euro-Ticket bis zum Jahresende zu verlängern und danach ein Klimaticket für maximal 1 Euro pro Tag als dauerhafte Lösung einzuführen.

Eine Person sitzt im Zug, auf dem Schoß ein Kleinkind. Im Vordergrund hält eine Hand ein Ticket auf dem steht "9-Euro-Ticket retten!"
Grafik: Sascha Collet

Berlin/Verden, 28.7.2022. “9-Euro-Ticket retten” – über 100.000 Menschen unterstützen bereits den Appell von Campact und Greenpeace, der sich an Bundesfinanzminister Christian Lindner und Bundesverkehrsminister Volker Wissing richtet. In diesem rufen die Organisationen die beiden FDP-Politiker dazu auf, für eine nahtlose Nachfolge für das 9-Euro-Ticket zu sorgen und diese durch den Abbau klimaschädlicher Subventionen wie zum Beispiel dem Dienstwagenprivileg zu finanzieren. Laut einer aktuellen Kantar-Erhebung wollen rund 80 Prozent der Befragten eine Fortsetzung des günstigen ÖPNV-Angebots. Die über 100.000 Unterschriften des Appells bekräftigen die Forderung.

“Das 9-Euro-Ticket ist die Chance für eine klimafreundliche und soziale Verkehrswende. Es vereinfacht das ÖPNV-Angebot, entlastet Menschen finanziell und macht Millionen Menschen klimafreundlich mobil. Trotzdem schiebt Christian Lindner dem beliebten 9-Euro-Ticket einen finanziellen Riegel vor. Damit regiert der Bundesfinanzminister an der Mehrheit der Bürger:innen vorbei – einer Umfrage zufolge sogar an seinen eigenen Wähler:innen, die das Ticket überdurchschnittlich nutzen”, erläutert Jassin Braun, Campaigner für Klima und Verkehr bei Campact.

“Ein Klimaticket für maximal 1 Euro pro Tag als Nachfolge würde pro Jahr etwa vier Milliarden Euro kosten – ein Bruchteil dessen, was bislang für klimaschädliche Subventionen für den Autoverkehr draufgeht. Ein Beispiel: Das Dienstwagenprivileg, das vor allem Gutverdienende begünstigt, kostet uns alle jedes Jahr etwa genauso viel, wie ein Klimaticket. Klimaschädliche Subventionen abzubauen, kann mehr soziale Gerechtigkeit schaffen. Und so können Gelder frei werden, um neben einem Klimaticket auch ein besseres Angebot von Bus und Bahn auf dem Land zu finanzieren,” erklärt Marion Tiemann, Verkehrsexpertin bei Greenpeace.

Die Forderung des Appells im Einzelnen:

  • Verlängerung des 9-Euro-Tickets bis Ende des Jahres und Schaffung einer dauerhaften Lösung: ein Klimaticket, das maximal 1 Euro pro Tag kostet
  • Investition in den Ausbau der Bahn und der regionalen Verkehrsangebote, besonders auf dem Land, damit der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird
  • Finanzierung durch den Abbau klimaschädlicher Subventionen wie die Steuervorteile für Firmenwagen

Zum Appell: https://aktion.campact.de/klima/9-euro-ticket/

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