Campact und die Bürgerbewegung Finanzwende haben heute mehr als 300.000 Unterschriften für ihre Petition “Finger weg von meinem Konto!” an die Schufa übergeben. Die Kampagne ist eine Reaktion auf Pläne der Schufa, über die App Bonify Kontoinformationen von Verbraucher*innen zu sammeln. 

“Die Schufa ist bereits sehr mächtig – und möchte nun unter dem Deckmantel vermeintlicher Transparenz noch mächtiger werden”, sagte Finanzwende-Geschäftsführer Daniel Mittler. Die breite Unterstützung für die Petition sei ein deutliches Zeichen für die gesellschaftliche Ablehnung der Pläne. “Kontodaten sind hochsensibel”, sagte Campact-Campaigner Jan-Philipp Witt. “Unsere intimsten Finanzdaten gehören nicht in die Hände eines profitorientierten Konzerns.

Im Mittelpunkt der Petition steht die App Bonify. Die Schufa hatte Ende 2022 den Bonify-Betreiber Forteil gekauft und kurz danach Pläne für die weitere Zusammenarbeit mit der App veröffentlicht. Demnach sollten Verbraucher*innen der Schufa Kontoinformationen wie den Kontostand übermitteln können, wenn sie damit eine bessere Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit erhalten. Das sei freiwillig, betont die Schufa stets – Finanzwende und Campact bezweifeln dies angesichts der marktbeherrschenden Stellung des Unternehmens jedoch.

Am Dienstag (18. Juli) hatte die Schufa die Möglichkeit vorgestellt, den Schufa-Score via Bonify abzurufen. Aus Sicht von Finanzwende ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es sich bei der App um ein trojanisches Pferd handelt. “Die Schufa versucht, uns mit eventuell sinnvollen Funktionen die App unterzujubeln”, sagte Finanzwende-Referent Michael Möller. Der nächste Schritt sei dann, Angebote für Finanzprodukte oder zur Verbesserung des Scores zu machen. “Die Schufa nutzt offenbar ihre starke Marktposition aus, um neue Datenquellen und Geschäftsfelder zu erschließen – auf Kosten vor allem derjenigen, die keine gute Schufa-Bewertung haben.”

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