Kiel, 4. Dezember 2023. Ministerpräsident Daniel Günther hat mehr als 93.000 Unterschriften für die Einrichtung des Nationalparks Ostsee an der Staatskanzlei Schleswig-Holsteins entgegengenommen. So viele Menschen haben eine entsprechende Online-Petition unterschrieben, zu der Landschaftsökologe Malte Wenzel aus Pohnsdorf aufgerufen hatte. „Herr Günther: Retten Sie unsere Ostsee! Ja zum Nationalpark!” war auf Schildern von Demonstrierenden bei der Unterschriftenübergabe zu lesen. Vor Ort waren neben dem Petent Vertreter*innen von WeAct sowie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH), NABU, der Schutzstation Wattenmeer und von FFF Kiel, die die Petition unterstützen. Wenzel hatte die Unterschriften in drei Monaten über die Petitionsplattform WeAct der Kampagnen-Organisation Campact gesammelt.

Malte Wenzel, Online-Petent: „Die Ostsee stirbt. Viel zu hohe Nährstoffeinträge, Schadstoffe, Unterwasserlärm, Überfischung, Müll und Munitions-Altlasten überlasten dieses wunderschöne Meer. Die Petition ist ein wichtiges Signal an die Politik, dass der Schutz der Ostsee vielen Menschen in Schleswig-Holstein und anderen Teilen Deutschlands wichtig ist.”

„Es ist ein Unding, dass die CDU den Nationalparkgegner*innen nachgibt, die teils mit Falschinformationen gegen den Nationalpark polemisiert haben. Ministerpräsident Günther muss faktenbasiert mit dem Koalitionspartner einen Weg zu einem vom Land verwalteten Großschutzgebiet finden”, fordert Josephine Goss, Campaignerin bei WeAct.

Stefanie Sudhaus, Meeresschutz-Expertin des BUND SH: „Ein großflächiger Nationalpark kann die Natur effektiver schützen als das Stückwerk aus kleinen Schutzgebieten, das es zurzeit gibt. In nutzungsfreien Kernzonen können sich zum Beispiel Fische wieder vermehren, sodass es auf lange Sicht auch außerhalb der Kernzonen wieder mehr zu fischen gibt.“ 

Die schwarz-grüne Landesregierung in Kiel hat im Koalitionsvertrag vereinbart, ergebnisoffen einen Nationalpark Ostsee zu prüfen. Doch die CDU beschloss Anfang Oktober noch vor Abschluss des Konsultationsprozesses, dass dieser nicht infrage kommt. Sie setzt auf freiwillige Vereinbarungen zum Ostseeschutz. 

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