Der Überbrückungsfonds von FragDenStaat erhält wichtige Unterstützung: Die Kampagnen-Organisation Campact investiert 400.000 Euro und erhöht damit das Fondsvolumen auf 430.000 Euro. Seit dem Start des Überbrückungsfonds Ende November spendeten Privatpersonen bereits rund 30.000 Euro. Mit dem Einstieg von Campact steht der Fonds auf einem stabilen finanziellen Fundament. Er kann nun mehr zivilgesellschaftliche Projekte unterstützen, die sich in akuter finanzieller Not befinden, weil der Staat zu spät Förderungen ausbezahlt.
Felix Kolb, Geschäftsführender Vorstand von Campact: „Bürokratische Verzögerungen dürfen zivilgesellschaftliches Engagement nicht ausbremsen. Deshalb unterstützen wir den Überbrückungsfonds von FragDenStaat. Wenn die Bundesregierung bei der Unterstützung wichtiger Demokratieprojekte trödelt, springen wir ein, bis staatliche Mittel fließen. Unsere gemeinsame Hilfe soll sicherstellen, dass Projekte nicht monatelang auf ihre Finanzierung warten müssen, sondern weiterarbeiten können.”
Viele Förderprogramme, etwa in den Bereichen Demokratie- und Jugendarbeit oder Antidiskriminierung, verschicken ihre Förderbescheide für das kommende Jahr erst zum Jahresende. Oft verzögert sich die Auszahlung um Monate. Für die betroffenen Organisationen bedeutet das Unsicherheit und finanzielle Engpässe. Mögliche Folgen: die Kürzung von Angeboten oder sogar eine vorübergehende Einstellung ihrer Arbeit.
Der Überbrückungsfonds vergibt zinslose Darlehen bis zu 80.000 Euro an Projekte, die eine staatliche Förderzusage erhalten haben, aber auf die Auszahlungen warten. Sobald die staatlichen Mittel eintreffen, zahlen die Organisationen das Darlehen zurück, sodass das Geld erneut eingesetzt werden kann. Durch Campacts Beitrag stehen nun erheblich mehr finanzielle Mittel bereit, um diesen Kreislauf zu stärken.
„Campacts Beteiligung ist ein starkes Signal der Solidarität in einer Situation, die für viele Projekte existenziell ist“, sagt Arne Semsrott, Projektleiter der Transparenz- und Rechercheplattform FragDenStaat. „Projekte für Beratung, Bildung und Schutz vor rechter Gewalt dürfen nicht ausgehungert werden. Bis die Regierungen ihre Förderpraxis endlich ändern, halten wir die Demokratieprojekte am Laufen. Durch den Beitrag von Campact können wir mehr Organisationen stabil durch diese Zeit bringen.“
Seit dem Start des Fonds haben sich bereits zahlreiche betroffene Projekte gemeldet. Die erste Auswahlrunde ist am 16. Dezember 2025, die zweite Mitte Januar 2026. Durch die zusätzliche Finanzierung können in beiden Runden mehr Organisationen berücksichtigt werden.
Weitere Informationen: https://ueberbrueckungsfonds.de/