Mit dem Start des neuen Schufa-Scores beenden Campact und Finanzwende die gemeinsame Kampagne gegen den Kontoeinblick und für mehr Transparenz bei dem Unternehmen. Mehr als 400.000 Menschen hatten zuvor die Petition “Schufa: Finger weg von meinem Konto!” von Campact und Finanzwende unterzeichnet. “Die Schufa greift mit ihren Daten und ihren Bewertungen tief in das Leben von Menschen ein”, sagt Antonia Becher, Teamleitung Kampagnen bei Campact. “So viel Macht in der Hand eines intransparenten Unternehmens ist vielen ein Dorn im Auge, das hat der Erfolg unserer Kampagne mehr als deutlich gezeigt.”
Finanzwende und Campact hatten die Kampagne gegen Intransparenz und Datensammeln der Schufa Mitte 2023 gestartet. Anlass waren Pläne der Schufa und ihrer Tochterfirma Bonify, Menschen dazu zu verleiten, ihnen Einblick ins eigene Konto zu gewähren – um so möglicherweise die eigene Schufa-Bewertung zu verbessern. Der Schritt war Teil einer angeblichen “Transparenz-Offensive” der Schufa. Campact und Finanzwende hatten stattdessen echte Transparenz bei der bis dahin undurchsichtigen Bewertung der Kreditwürdigkeit gefordert.
Die Pläne zum Kontoeinblick haben die Schufa bis heute nicht umgesetzt. Gleichzeitig startet nun der neue Schufa-Score, mit dem das Unternehmen erneut mehr Transparenz verspricht. Tatsächlich ist damit besser als bisher nachvollziehbar, wie die Bewertung ermittelt wird.
Finanzwende-Experte Salim Rehan bezeichnete den neuen Schufa-Score als “wichtigen ersten Schritt”. Wie fair und nachvollziehbar Kreditvergabe damit tatsächlich sei, werde aber erst die Zeit zeigen. “Entscheidend ist nicht allein, wie der neue Score funktioniert – die Geschäftspartner der Schufa müssen ihn auch nutzen, sonst ist das Augenwischerei.” Mindestens bis Ende 2028 gibt es eine Übergangsphase vom alten zum neuen Score. In dieser Zeit können Schufa-Unternehmenskunden weiter auch einen der alten, intransparenten Scores verwenden.
Mit mehr als 400.000 Unterschriften ist die Petition die zahlenmäßig bislang erfolgreichste in der Geschichte der Bürgerbewegung Finanzwende. “Der heutige Schritt der Schufa hin zu mehr Transparenz ist das Ergebnis jahrelangen Drucks, von Gerichten und aus der Zivilgesellschaft.”, sagt Britta Langenberg, Leiterin des Bereichs Verbraucherschutz bei Finanzwende. “Wir werden die Schufa weiter im Blick behalten.”