Gegen geplante Einschnitte im Gesundheitssystem wächst der Protest: Mehr als 455.000 Menschen haben einen Appell der Kampagnen-Organisation Campact unterzeichnet. Sie fordern, die Kosten im Gesundheitssystem gerechter zu verteilen und zentrale Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen wie die Hautkrebs-Vorsorge zu erhalten.
Hintergrund ist ein Sparplan von Gesundheitsministerin Nina Warken. Demnach könnte unter anderem die kostenlose Hautkrebs-Früherkennung für Millionen Menschen entfallen, obwohl sich die Zahl der Hautkrebsfälle in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat und Früherkennung eine gute und schonende Behandlung ermöglicht. Gleichzeitig sieht der Gesetzentwurf aus dem Gesundheitsministerium höhere Zuzahlungen bei Medikamenten und Kürzungen beim Krankengeld vor, die insbesondere Menschen mit geringem Einkommen und chronisch Kranke belasten würden.
Antonia Becher, Campaignerin bei Campact e.V.: „Sparen auf Kosten unserer Gesundheit ist der falsche Weg. Wer bei der Vorsorge kürzt, riskiert, dass Hautkrebs viel zu spät entdeckt wird. Statt Patient*innen zusätzlich zu belasten, sollte Gesundheitsministerin Warken die Pharmaindustrie stärker in die Verantwortung nehmen.”
Die Reform schont die Pharmaindustrie, während Patient*innen mit Leistungskürzungen und höheren Eigenanteilen rechnen müssen. Dabei gehören hohe Arzneimittelpreise zu den zentralen Kostentreibern im Gesundheitssystem, unter anderem weil Hersteller für neue patentgeschützte Medikamente die Preise weitgehend selbst festlegen können.
Am Mittwoch, den 29. April 2026, plant Campact ab 8.45 Uhr eine Bild-Aktion vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Im Vorfeld der Kabinettssitzung soll dort auf den Appell aufmerksam gemacht werden.