Über 180.000 Menschen haben bereits die WeAct-Petition “Keine Krankschreibung ab dem ersten Tag! Chronisch kranke Menschen und Ärzt*innen entlasten” unterzeichnet. Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, fordert der Verein EndEndoSilence e.V. von der Bundesregierung, die Krankschreibung ab dem vierten Arbeitstag beizubehalten und die telefonische Krankschreibung weiterhin zu ermöglichen. Zudem fordert die Petentin die Bundesregierung auf, Sachverständige für chronische körperliche und psychische Erkrankungen in zukünftige Gesetzgebungsprozesse einzubeziehen.
Petentin Hannah Katinka Beck, Geschäftsführerin von EndEndoSilence e.V., dazu: “Die Krankschreibung ab dem ersten Tag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sind unzumutbare Zusatzbelastungen für chronisch kranke Menschen und unsere Ärzt*innen. Als Endometriose-Betroffene kann ich mich nicht mit starken Schmerzen in ein Wartezimmer setzen, um mehrere Stunden auf ein Attest zu warten. Für Ärzt*innen bedeutet die Krankschreibung ab dem ersten Tag zusätzlichen bürokratischen Aufwand, der niemandem hilft. Was sich die Regierung da überlegt hat, ist mit der Lebensrealität von vielen Millionen Menschen in Deutschland nicht vereinbar. Die Bundesregierung lässt sich scheinbar schlecht beraten. Dass Friedrich Merz die Kritik aus der Zivilgesellschaft als Nörgelei abtut, wird uns von EndEndoSilence e.V. nicht davon abhalten, weiterzukämpfen, bis die Bundesregierung ihr Vorhaben stoppt.”
Im Rahmen ihres Reformpakets will die Bundesregierung die ärztliche Krankschreibung bereits ab dem ersten Krankheitstag zum gesetzlichen Regelfall machen. Die Krankschreibung per Telefon soll gestrichen werden.
Die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hatten die Pläne der Bundesregierung zur Krankschreibung bereits kritisiert. Sie befürchten überfüllte Arztpraxen und eine überbordende Bürokratie.
Link zur Petition: https://weact.campact.de/petitions/keine-krankschreibung-ab-dem-ersten-tag-chronisch-kranke-menschen-und-arzt-innen-entlasten