Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, haben rund 118.000 Menschen die Petition „Kinder von Regenbogenfamilien gleichstellen“ unterzeichnet. Darin fordern sie Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) auf, das Abstammungsrecht für Kinder aus lesbischen, schwulen und queeren Familien zu reformieren. Kinder aus Ehen zwischen zwei Frauen oder nicht-binären Personen haben rechtlich gesehen zunächst nur einen Elternteil. Die Reform soll sicherstellen, dass jedes Kind ab seiner Geburt zwei rechtliche Eltern hat.
Die Petition läuft parallel zum Berliner Christopher Street Day, der dieses Wochenende stattfindet und auf die Benachteiligung queerer Menschen aufmerksam macht. Mehrere deutsche Gerichte haben dessen Regelungen zur Anerkennung von Elternschaft in queeren Familien bereits als verfassungswidrig eingestuft.
Christina Klitzsch-Eulenburg, Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt erklärt dazu: „Kein Kind darf vom ersten Tag seines Lebens an schlechter gestellt werden, nur weil es in eine Regenbogenfamilie geboren wird. So wird der zweite Elternteil dazu gezwungen, das eigene Kind zu adoptieren und wird entsprechend erst nach Durchführung des kompletten langen Adoptionsverfahrens rechtlicher Elternteil. Stirbt die gebärende Person während oder kurz nach der Geburt, verliert das Kind seinen einzigen rechtlichen Elternteil und ist Vollwaise, obwohl es einen zweiten Elternteil gibt. Diese rechtliche Lücke gefährdet Familien und ist längst nicht mehr hinnehmbar. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig muss jetzt handeln und das Abstammungsrecht endlich reformieren. Kinder dürfen nicht länger unter politischem Stillstand leiden.“
Bereits während der Ampel-Koalition gab es konkrete Pläne für eine Reform des Abstammungsrechts, sie wurden jedoch nicht mehr umgesetzt.
Link zur Petition: https://weact.campact.de/petitions/kinder-von-regenbogenfamilien-gleichstellen