Die Extremhitze in Europa hat in Deutschland fast 10.000 Menschen das Leben gekostet. Die bestehenden Konzepte der Bundesregierung reichen nicht aus. Über 124.000 Menschen fordern deshalb auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, umfangreiche Investitionen in Hitze- und Klimaschutz. Initiiert wurde die entsprechende Petition “Hitzewellen töten: Klima- und Hitzeschutz jetzt” vom Verein GermanZero.
Die Petent*innen fordern ein Hitzeschutz-Sofortprogramm für Städte und Wohnungen. In Städten und Gemeinden sollen kühle Oasen entstehen, dank zusätzlicher Bäume und konsequenter Entsiegelung. Für Mietwohnungen müsse die Bundesregierung Rollläden, weitere Sonnenschutzmaßnahmen und Klimaanlagen fördern. Und dort, wo Leben davon abhängt, dass es kühl bleibt – in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen – sei der Staat in der Pflicht, für ausreichende Klimatisierung zu sorgen.
Von Lars Klingbeil verlangen die Petent*innen, die Finger vom Klima- und Transformationsfonds (KTF) zu lassen. Der Bundesfinanzminister dürfe sich nicht an den Geldern für Klimaschutz bedienen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Es brauche stattdessen deutlich mehr Investitionen in den Schutz von Mensch und Klima, nicht weniger. Daher fordern die Petent*innen von der Bundesregierung, das Förderprogramm für Wärmepumpen auszubauen, anstatt zu kürzen. Denn im Sommer sei eine Wärmepumpe zugleich eine Kältepumpe.
Zur Petition sagt Andrea Wörle, Leiterin Klimafinanzierung bei GermanZero e.V.: “Mittlerweile fast 10.000 Hitzetote allein in Deutschland, in Europa wüten Waldbrände bis vor die Haustüren und Kommunen erklären den Wassernotstand. All das passiert vor den Augen der Bundesregierung – und trotzdem will sie beim Klimaschutz radikal sparen! Drei Milliarden Euro werden aus dem Klimafonds abgezogen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Zugleich kürzt die Bundesregierung das Förderprogramm für Wärmepumpen, die vielfach auch als Kältepumpen einsetzbar sind. Das ist kurzsichtig: Wer jetzt spart, zahlt später drauf! Wir fordern politische Antworten auf die sich häufenden Katastrophen durch die Klimakrise.“
Die Extremhitze ist unter anderem eine Konsequenz des Klimawandels. Ihre Folgen treffen die Menschen in Deutschland hart: Seit Jahresbeginn sind laut Berechnungen des Robert Koch-Instituts fast 10.000 Menschen in Deutschland an den extremen Temperaturen gestorben. Auch das Wasser wird zunehmend knapper. Der Deutsche Städtetag ruft zum verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource auf. Immer mehr Städte und Kommunen müssen die Grundwassernutzung beschränken oder die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Seen zeitweise verbieten.
Zur Petition: https://weact.campact.de/petitions/hitzewellen-toten-klima-und-hitzeschutz-jetzt