Die Zivilgesellschaft geriet 2025 unter starken Druck, nicht zuletzt durch die Kleine Anfrage der Union. Dem Zuspruch Campacts hat dies keinen Abbruch getan, wie der heute veröffentlichte Transparenzbericht 2025 der Kampagnen-Organisation zeigt. Der Verein Campact erzielte Einnahmen in Höhe von 26,25 Millionen Euro – ein Rekord in der Vereinsgeschichte. 2024 lagen die Einnahmen noch bei 24,6 Millionen Euro. Auch die Zahl der Förder*innen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 145.644. Dank der Unterstützung flossen mehr Mittel in die Kampagnenarbeit. Circa zwei Drittel seiner Kampagnenausgaben steckte Campact e.V. in Projekte zur Stärkung der Demokratie und gegen Rechtsextremismus (9,2 Millionen Euro). Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 26,05 Millionen Euro, wovon der Großteil mit 13,88 Millionen Euro direkt in die Kampagnenarbeit ging. Die gemeinnützige Demokratie-Stiftung Campact verzeichnete 2025 mit Einnahmen in Höhe von 3,35 Millionen Euro ebenfalls eine große Unterstützung und konnte so 20 Organisationen fördern – mehr als 60 Prozent davon mit mehrjährigen Förderungen.

Dr. Felix Kolb, Geschäftsführender Vorstand von Campact e.V.: “2025 war ein herausforderndes Jahr für die Zivilgesellschaft. Rechtsextreme Strömungen gewannen an Einfluss und die Union, Springer-Medien sowie Empörungsportale wie Nius griffen zivilgesellschaftliche Organisationen gezielt an. Dennoch nahm der Zuspruch für Campact und der Zusammenhalt der Zivilgesellschaft zu. Campact wächst, gerade weil wir Haltung zeigen. Zahlreiche Menschen sind 2025 mit uns auf die Straße gegangen und sind damit Ausdruck einer starken Gegenbewegung.”

Nach dem Tabubruch der Union – der Abstimmung mit der AfD – mobilisierte der Campact e.V. mit Bündnispartner*innen über 1,7 Millionen Menschen zu Demonstrationen für den Erhalt der Brandmauer. Kurz nach der Bundestagswahl folgte der nächste Schlag der Union: 551 Fragen gegen eine kritische Zivilgesellschaft. Mehr als eine halbe Million Menschen unterzeichneten daraufhin einen Campact-Appell zum Schutz der Zivilgesellschaft, den die Kampagnen-Organisation an den damaligen SPD-Generalsekretär Matthias Miersch überreichte. Auch nach den Koalitionsverhandlungen unterstützte Campact e.V. gezielt zivilgesellschaftliche Akteure und half, rechtliche und finanzielle Hilfsangebote aufzubauen. Dazu zählen der Gegenrechtsschutz-Fonds der Gesellschaft für Freiheitsrechte, der Überbrückungsfonds für bedrohte Demokratieprojekte von FragDenStaat, der Gegenwind-Fonds gegen Rechtsextremismus sowie der Regenbogenschutzfonds für queere Sichtbarkeit der Amadeu Antonio Stiftung. Zudem gründete Campact e.V. 2025 eine eigene Denkfabrik gegen Rechtsextremismus: den ThinkTank Rechtsextremismus (TTRex).

Auch mit anderen Kampagnen stellte sich Campact e.V. erfolgreich gegen den Rechtsruck. Eine Guerilla-Sticker-Aktion machte auf die Verbindungen des Molkerei-Milliardärs Theo Müller zur AfD aufmerksam und brachte den Protest in die Kühlregale. Als der Verband “Die Familienunternehmer” die AfD zu einem parlamentarischen Abend einlud, prangerte Campact e.V. dies öffentlich an. Die Folge: Einige Unternehmen traten aus dem Lobbyverband aus und die Verbandschefin ruderte zurück.

Campacts Engagement gegen Rechtsextremismus zog 2025 ebenfalls Angriffe rechter Netzwerke nach sich. Blogger*innen, Verschwörungsideolog*innen oder sogenannte Empörungsmedien verbreiteten Lügen über den Verein, um die Glaubwürdigkeit zu untergraben. Im Mittelpunkt der Schmutzkampagne: Die Lüge, Campact e.V. erhalte Steuermittel. Der Transparenzbericht widerlegt diese Vorwürfe erneut: Campact e.V. erhält weiterhin keine staatlichen Gelder. Stattdessen setzt Campact e.V. auf Schwarmfinanzierung. Ende 2025 förderten 145.644 Menschen den Verein mit einem durchschnittlichen Monatsbeitrag von 10,39 Euro. Darüber hinaus spendeten 215.899 Menschen an Campact e.V. Zudem lag keine einzige Spende von einer juristischen oder natürlichen Person über 15.000 Euro. 

Jenseits der verschiedenen Kampagnen gegen Rechtsextremismus war Campact e.V. 2025 auch in anderen Bereichen aktiv: Die Kampagnen-Organisation unterstützte unter anderem den Hamburger Zukunftsentscheid für eine konsequentere Klimapolitik, protestierte gegen die fossile Agenda von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und startete eine Kampagne gegen den Einsatz der Spionage-Software Palantir. Dafür trafen sich Vertreter*innen von Campact e.V. zu einem Gespräch mit Justizministerin Stefanie Hubig. 

Die Schwerpunkte der Demokratie-Stiftung waren 2025 die Stärkung demokratischer Öffentlichkeit, etwa durch unabhängigen Journalismus, der Schutz vor digitaler Gewalt und die Stärkung demokratischer Regeln im Netz. Darüber hinaus förderte die Stiftung Projekte für eine starke Zivilgesellschaft – von der Klimabewegung über eine zukunftsorientierte Landwirtschaft bis hin zur Friedensarbeit in Israel und Palästina.

2025 bot letztendlich auch Anlass zum Feiern: WeAct, die Petitionsplattform von Campact, feierte ihr zehnjähriges Bestehen. Auf WeAct nehmen Menschen Politik selbst

in die Hand. Sie starten Kampagnen, machen Missstände sichtbar und bringen Themen voran, die sonst überhört werden. Allein im Jubiläumsjahr 2025 entstanden 1.796 neue Petitionen, die über 13,1 Millionen Unterschriften sammelten.

Über Campact
Die Bewegung Campact besteht aus zwei Körperschaften: dem Verein Campact und der Demokratie-Stiftung Campact. Beide sind rechtlich, steuerlich und finanziell eigenständig, verfolgen aber das gemeinsame Ziel einer lebendigen Demokratie. Der Verein setzt sich mit Kampagnen für progressive Politik ein. Die Demokratie-Stiftung Campact fördert gemeinnützige Projekte und stärkt demokratische Grundwerte – vor allem dank größerer Zuwendungen und Testamentsspenden.

Zum Bericht: https://campact.org/transparenzbericht-2025

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