Eine deutliche Mehrheit der Unionswähler*innen unterstützt die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens. Das zeigt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts pollytix für die Denkfabrik TTRex von Campact. Konkret sprechen sich 66 Prozent der CDU/CSU-Wähler*innen für die Prüfung eines Verbotsverfahrens auf Bundesebene aus. Noch deutlicher fällt die Zustimmung bei rechtsextremen AfD-Landesverbänden aus: 81 Prozent der Unionswähler*innen befürworten eine Prüfung, ob diese verboten werden können. Die Ergebnisse stehen im deutlichen Kontrast zur skeptischen Haltung der CDU-Spitze gegenüber einem Verbotsverfahren.
Die Befragung ist Teil der Studie „Protest-Puls Herbst 2026: Engagement gegen die AfD“, die neben der politischen Zusammenarbeit mit der AfD unter anderem die Unterstützung für Anti-AfD-Proteste, die Prüfung von AfD-Verbotsverfahren sowie die Förderung politischer Bildung und des Engagements gegen Rechtsextremismus untersucht.
Dr. Ella Müller, Leiterin des TTRex, erklärt: „Die eigene Wählerschaft der Union spricht sich mit deutlicher Mehrheit für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens aus. Die CDU-Spitze muss dieses klare Votum jetzt auch politisch umsetzen und auf eine Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen hinwirken. Auch bei der Brandmauer ist die Haltung der Unionswähler*innen deutlich: Die Ergebnisse sind ein klares Warnsignal an Friedrich Merz und diejenigen, die mit einer Annäherung an die AfD liebäugeln. Die Brandmauer ist nicht die Ursache für die Probleme der Union, sie ist das demokratische Gründungsversprechen an ihre Wählerschaft. Eine Zusammenarbeit zwischen Konservativen und Rechtsextremen darf es in Deutschland nicht geben.“
Wie deutlich die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD ausfällt, zeigen die weiteren Umfrageergebnisse: 70 Prozent der Unionswähler*innen sprechen sich gegen eine Koalition mit der AfD aus. 64 Prozent lehnen es ab, eine von der Union geführte Regierung von der AfD dulden zu lassen. 61 Prozent erwarten zudem, dass demokratische Parteien keine Forderungen der AfD übernehmen.
Jana Faus, Founding Partner und Strategic Advisor bei pollytix, erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die Abgrenzung zur AfD für die Unionswähler*innen ist. Nicht nur Koalitionen, sondern auch weitere untersuchte Formen der Zusammenarbeit werden mehrheitlich abgelehnt. Die Daten widersprechen damit der Annahme, dass eine konsequente Brandmauer bei den eigenen Wähler*innen keinen Rückhalt mehr findet.“
Über die Umfrage
Für die repräsentative bundesweite Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts pollytix wurden vom 14. bis 16. September 2026 insgesamt 3.113 Wahlberechtigte ab 18 Jahren befragt. Die Daten wurden gemäß amtlicher Statistik gewichtet. Die Angaben zu den Wählergruppen beziehen sich auf die Wahlabsicht bei der nächsten Bundestagswahl.