Agrarwende: Die Zukunft der Landwirtschaft

Monokulturen, überdüngte Böden, Massentierhaltung, schwindende Artenvielfalt – die industrielle Landwirtschaft schadet Mensch und Tier. Doch genau dieses System wird finanziell belohnt: Jährlich landen Milliarden aus der EU bei der Agrarindustrie. Die EU fördert mit der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik” (GAP) vor allem große Betriebe – statt kleine Höfe und Artenschutz zu unterstützen. 

Das muss sich ändern: Wir brauchen dringend eine Agrarwende. Campact streitet deshalb für eine vielfältige, bäuerliche Landwirtschaft. 

Was muss sich mit der Agrarwende in der Landwirtschaft ändern?

Eine braune Kuh steht auf einer grünen Wiese.
  • Verringerung der Tierzahlen: Die Massentierhaltung verursacht Tierleid, die ökologischen Folgen sind dramatisch
  • Eine artgerechte, am Tierwohl ausgerichtete Tierhaltung muss zur Pflicht werden
  • Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz wie Glyphosat und andere Pestizide
  • Überdüngung stoppen: Das Ausbringen von Stickstoffdüngern wie Gülle muss reduziert werden

Was ist die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik?

Die „Gemeinsame Europäische Agrarpolitik“ (GAP) ist ein Paket an Fördergeldern, über das die EU alle sieben Jahre neu entscheidet. In den Jahren 2013 bis 2020 waren das etwa 60 Milliarden Euro pro Jahr. Ab 2021 wird die Summe etwas darunter liegen: Es wird mit knapp 390 Milliarden Euro in den nächsten sieben Jahren geplant.

Mit dieser riesigen Summe ließe sich eine Wende in der Landwirtschaft anstoßen. Umweltorganisationen – aber auch Bäuer*innen – fordern, das Geld für den Schutz von Klima und Artenvielfalt einzusetzen. Es sollte den Bauernhöfen zukommen, die Tierschutz umsetzen und verantwortungsvoll mit Böden und Grundwasser umgehen.

Ein vertrocknetes Maisfeld vor grauem Himmel - die Folgen von Monokulturen in der industriellen Landwirtschaft

Die Folgen der industriellen Landwirtschaft

Ein Traktor zieht einen Anhänger mit Strohballen über ein abgeerntetes Feld

Höfesterben: In der EU haben zwischen 2003 und 2013 ein Drittel aller Bauernhöfe aufgegeben. Die Großen werden immer größer – 3,1 Prozent aller Betriebe bewirtschaften mehr als die Hälfte des Agrarlands. Auch in Deutschland sterben die Höfe aus: Jeden Tag schließen zehn Betriebe für immer.

Eine Biene sucht Nektar auf einer violetten Blüte.

Die Artenvielfalt geht verloren: Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden treiben das Artensterben voran. Es steht schlecht um die Biodiversität in der EU – der Status von 60 Prozent der Arten und 77 Prozent der Lebensräume wird als „ungünstig“ eingestuft.

Schweine im Schweinestall hinter einem Gitter

Tierleid in der Massentierhaltung: Deutschland produziert mehr Milch und Schweinefleisch als jedes andere EU-Land. Oft unter katastrophalen Bedingungen – es fehlt an Platz und Auslauf, die Tiere können sich nicht bewegen oder beschäftigen.

Wie kann mit der GAP die Agrarwende angestoßen werden?

Das von der EU im Herbst 2020 vorgelegte Konzept für die GAP schafft es nicht, einen ausreichenden Beitrag zu den europäischen Klimaschutzzielen zu leisten. Die im sogenannten „Green Deal” und der auf die Landwirtschaft konzentrierten Artenschutz-Strategie („Farm to Fork“) genannten Ziele – wie 50 Prozent weniger Pestizideinsatz oder 20 Prozent weniger Düngereinsatz – kann diese GAP nicht erfüllen. Die EU sieht vor, dass jedes Land einen eigenen Plan für die Umsetzung der GAP vorlegt. Dabei gibt es ordentlich Freiraum, Deutschland könnte also mehr für Artenvielfalt und Klima tun, als die EU vorgibt. Jetzt arbeitet die Bund-Länder-Konferenz der Agrarminister*innen an der Ausgestaltung. Mit dabei sind viele grüne Agrarminister*innen aus den Bundesländern – ihnen sind Artenschutz und Klima wichtig.

Angesichts der akuten Klimakrise und des Artensterbens könnte in Deutschland nun endlich eine mutige Agrarpolitik zum Zuge kommen – viel zu lange profitierte vor allem die Agrarindustrie von den Fördergeldern. Gelingt es, die EU-Fördermilliarden gerecht zu verteilen, kann das der Anstoß für die Agrarwende sein. 

Machen Sie mit – Agrarwende jetzt!

Riesige aufblasbare Biene schwebt in der Luft, darauf der Schriftzug: Agrarindustrie tötet

Die Agrarindustrie spekuliert auf die Fördermilliarden der EU – doch die müssen endlich für Klimaschutz und Artenvielfalt fließen. Informieren Sie sich über unsere Kamapagne. Und fordern Sie mit uns zusammen: Agrarwende sofort einleiten!