Die Bienen sterben – rettet die Bienen!

Das Bienen- und Insektensterben ist weltweit ein großes Problem. Studien zeigen, dass die Masse an fliegenden Insekten allein in Deutschland innerhalb der vergangenen 30 Jahre um mehr als 75 Prozent geschrumpft ist. Im Winter 2018/2019 ist rund jedes siebte Honigbienenvolk gestorben. Die Hälfte der über 560 Wildbienenarten, die in Deutschland vorkommen, ist gefährdet.

Die Gründe für den Rückgang der Bienen und anderer Insekten sind vielfältig – und überwiegend menschengemacht. Einer der Hauptfaktoren ist die industrielle Landwirtschaft. Monotone Landschaften bieten nur noch wenig Nahrung oder Nistplätze, und große Mengen giftiger Pestizide schwächen die Tiere oder vergiften sie. Krankheitserreger, Luftverschmutzung und Klimawandel spielen ebenso eine Rolle.

Mit zahlreichen Kampagnen setzt sich Campact zur Rettung der Bienen ein. Wir streiten für eine vielfältige, bäuerliche Landwirtschaft und ein Verbot von gefährlichen Pestiziden. Informieren Sie sich bei uns über laufende Kampagnen zum Thema!

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Die Bedeutung der Bienen

Bienen sind für uns Menschen und die ökologische Vielfalt enorm wichtig. Zusammen mit anderen Insekten sorgen sie für die Bestäubung und damit die Vermehrung von Pflanzen.

Rund 80 Prozent der Blütenpflanzen in den gemäßigten Breiten sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Von ihren Früchten und Samen ernähren sich Kleinsäuger, Reptilien, Vögel und andere Tiere. In der Landwirtschaft sind zwei Drittel aller Nutzpflanzen wie etwa Kirschen, Äpfel, Mandeln, Tomaten, Kürbisse oder Erdbeeren davon abhängig, von Insekten angeflogen zu werden.

Warum sterben die Bienen?

Schrumpfende Vielfalt

Bienen brauchen Vielfalt. Je vielfältiger das Nahrungsangebot, desto widerstandsfähiger sind Bienen gegen Krankheiten und Parasiten. Honigbienen, die vielfältige Nahrung aufnehmen, weisen ein stärkeres Immunsystem auf, als einseitig ernährte Bienen.

Doch in unseren aufgeräumten Landschaften hat Vielfalt keinen Platz. Sogenannte Unkräuter werden in der intensiven Landwirtschaft radikal und mit hohem Pestizid-Einsatz entfernt. Wiesen werden mehrmals im Jahr als Tierfutter gemäht, noch bevor sie blühen. Rasen, Grünstreifen und Parkanlagen werden kurz gehalten, Blühpflanzen abgemäht. In Landschaften mit großflächigen, einseitigen Monokulturen aus Getreide oder Mais können Bienen sogar verhungern.

Viele Wildbienenarten sind sehr spezialisiert und brauchen als Futter den Pollen genau einer Pflanzenart oder einer Pflanzenfamilie. Verschwindet diese Pflanze aus der Landschaft, verschwindet auch die Biene. Wildbienen finden auch immer weniger Nistmöglichkeiten, weil Flächen versiegelt werden, tote Bäume entfernt und altes Gestrüpp beseitigt wird.

Pestizide

In der industriellen Landwirtschaft werden Pestizide eingesetzt, um gezielt bestimmte Insekten zu töten – sogenannte Insektizide. Für Bienen besonders gefährlich sind Neonikotinoide. Das sind Nervengifte, die Pflanzen vor saugenden und beißenden Insekten schützen sollen – zum Beispiel dem Maiszünsler. Die Pestizide werden entweder auf die Pflanzen gespritzt oder als Beize auf das Saatgut aufgetragen.

Auf ein Feld werden Pestizide gespritzt

Neonikotinoide haben eine gravierende Nebenwirkung: Sie töten Bienen. Bereits bei einer niedrigen Dosierung beeinträchtigen sie die Orientierungsfähigkeit der Tiere. Kommen Bienen mit dem Insektengift in Kontakt, verlieren sie ihre Orientierung und ihr Erinnerungsvermögen. Dann finden sie zum Beispiel nicht mehr zu ihrem Stock zurück. Außerdem schwächt das Gift das Immunsystem der Tiere und macht sie anfälliger für Krankheiten und Parasiten.

2018 hat die EU drei besonders gefährliche Bienengifte aus der Gruppe der Neonikotinoide verboten. Unter freiem Himmel dürfen die Mittel nicht mehr angewendet werden, in Gewächshäusern jedoch weiterhin.

Auch andere Pestizide schaden Bienen. Glyphosat ist das in Deutschland am meisten verkaufte Unkrautvernichtungsmittel. Im September 2018 fanden Forscher*innen heraus, dass das Mittel die Abwehrkräfte von Honigbienen schwächt – und sie deshalb leichter an Infektionskrankheiten sterben.

Varroamilbe

Für Honigbienen sind Varroamilben eine weitere Bedrohung. Ist ein Bienenstock mit der Milbe befallen, sterben die jungen Bienen meist rasch nach dem Schlüpfen. Erwachsene Bienen haben ein geschwächtes Immunsystem und überleben den nächsten Winter nicht. Geschwächte Bienen sterben außerdem leichter an den Viren oder Bakterien, die ebenfalls von den Milben in die Bienenstöcke eingeschleppt werden.

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