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Die AfD provoziert, verharmlost, spaltet; das ist nichts Neues. In Reden oder Interviews lassen Politiker*innen der AfD so manche Sätze fallen, die einem die Sprache verschlagen. „Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“ ist zum Beispiel ein berühmt-berüchtigtes Zitat der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel.

Wir haben Zitate von Politiker*innen der AfD aus den letzten zehn Jahren gesammelt – herausgekommen ist ein „Worst of“ aus Menschenhass, Verachtung und rechtsextremistischen Gedanken.

Warum wir die AfD zitieren (müssen)

Warum geben wir dem Hass und der Hetze der AfD hier eine Bühne? Weil wir zeigen müssen, wie die Politiker*innen der AfD wirklich ticken. Viel zu viele Menschen glauben noch immer, dass die AfD „einfach nur Sachen anders“ machen will und eine „Protestpartei“ ist – eine fatale Fehleinschätzung. Das Wahlprogramm zur vergangenen Bundestagswahl und das interne Strategiepapier für 2025 zeigen deutlich auf, was in den hier gezeigten Aussagen klar wird: Die AfD will die Demokratie untergraben. Sie will nicht mehr Freiheit und Gerechtigkeit für alle, sondern einen faschistischen Staat und ungerechte Vorteile für wenige.

Die Aussagen der AfD dienen nicht nur dazu, ihre Anhänger zu mobilisieren, sondern stellen auch eine ernsthafte Gefahr für die demokratische Ordnung dar.

Führerkult und Nazi-Verherrlichung

„Vermisst seit 1945 (…) Adolf, bitte melde dich! Deutschland braucht dich! Das deutsche Volk.“
Elena Roon, AfD-Mitglied des Bayerischen Landtags, teilte im Jahr 2017 in einer Chatgruppe ein Bild von Hitler, auf dem dieser Schriftzug zu lesen war

„Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als absolut böse darstellt.“
Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender AfD Thüringen, im Jahr 2017 in einem Interview mit dem Wallstreet Journal
(Originalzitat: „You know, the big problem is that one presents Hitler as absolutely evil. But of course we know that there is no black and no white in history. And that there are many shades of gray.“)

„Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“
Alexander Gauland, AfD-Mitgründer und Ehrenvorsitzender, in einer Rede auf dem Bundeskongress des AfD-Nachwuchses im Jahr 2018

„Von der NPD unterscheiden wir uns vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützer-Umfeld, nicht so sehr durch Inhalte.“
Dubravko Mandic, Rechtsanwalt und ehemals Stadtrat für die AfD in Freiburg, mittlerweile u.a. Verteidiger des Rechtsextremisten Martin Sellner, in einem Facebook-Post

„Alles für unsere Heimat, alles für Sachsen-Anhalt, alles für Deutschland!“
Björn Höcke bei einer Rede im Jahr 2021. Der dritte Teil des Satzes ist eine mittlerweile verbotene Losung der nationalsozialistischen „Sturmabteilung“ SA. Für die (wiederholte) öffentliche Äußerung dieser Losung musste sich Höcke vor Gericht verantworten. 

Vom SS-Verharmloser bis zum selbsterklärten „freundlichen Gesicht des NS” – die AfD-Fraktion im Bundestag vereint die dunkelsten politischen Ansichten. Darunter: Matthias Helferich. Er zog über Landeslistenplatz 6 in Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein. Helferich gehört zum radikalen Flügel der Partei und prahlte in der Vergangenheit mit seinen Kontakten in die Neonazi-Szene. In einem internen Chat bezeichnete er sich als „das freundliche Gesicht des NS“. Alice Weidel holte ihn kurz nach der Bundestagswahl zurück in die Bundestagsfraktion.

Verschwörungstheorien

„Die Pläne für einen Massenaustausch der Bevölkerung sind längst geschrieben.“
Beatrix von Storch, stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, 2016 auf Twitter

Die Verschwörungstheorie des „Großen Austausch“ bzw. „Great Reset“ ist nicht nur bei deutschen und europäischen Rechten präsent, sondern weltweit in rechten Strömungen. Die AfD wiederholt diesen Mythos oft: 

„Die Bundeskanzlerin will vollendete Tatsachen schaffen, bevor sie abtritt. Sie will den Bevölkerungsaustausch unumkehrbar machen. Wir sollen als Volk und als Nation allmählich absterben.“
Alexander Gauland, 2018 in seiner Position als AfD-Vorsitzender

Gerade beim Thema Migration treibt die AfD die demokratischen Parteien vor sich her. Indem demokratische Parteien die Sprache und Erzählungen der rechtsextremen Partei übernehmen, machen sie ihre Positionen erst recht „salonfähig“. Die Folge: Extreme Positionen wirken immer „normaler“. Die AfD hat die Grenzen des Sagbaren im politischen Diskurs auf Bundesebene schon massiv verschoben. Die Aussagen der AfD sind menschenfeindlich, rechtsextrem und hetzerisch. Demografische Parteien müssen klare Kante zeigen. Das bedeutet: keine rechtspopulistischen Frames übernehmen, nicht aus Angst vor Stimmenverlust nach rechts rücken. 

Landtagswahlen 2026: AfD stoppen

2026 will die AfD erstmals ein Bundesland regieren – dafür steckt sie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern 2,5 Millionen Euro in den Wahlkampf. Nun legen wir zusammen und kontern mit dem NoAfD-Fonds jeden Euro der Rechtsextremen.

Menschenfeindlichkeit

„Wer Homosexualität offen auslebt, dem droht dafür [in Marokko, Tunesien und Algerien] eine Gefängnisstrafe.“ „Das sollten wir in Deutschland auch machen!“
Zwischenruf von Andreas Gehlmann, AfD-MdL in Sachsen-Anhalt bei Landtagsrede von Henriette Quade (Die Linke) im Jahr 2016

„Die Mann-Frau-Mischwesen stellen die Zweigeschlechtlichkeit und damit die Grundlage menschlicher Existenz und die göttliche Schöpfungsordnung in Frage.“
Hans-Thomas Tillschneider, MdL und stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt 2024 bei einer Rede im Landtag

„Sie machen den Weg frei, junge verunsicherte Menschen irreversibel unfruchtbar zu machen, zu kastrieren, zu entstellen und ganze Familien zu zerstören. Was Sie fordern, ist eigentlich nur noch ekelhaft. Sie sind moralisch desorientiert, politisch gemeingefährlich. Sie gehören nicht in die Regierung und nicht mal auf die Oppositionsbank, sondern in Behandlung.“
Beatrix von Storch, MdB und damals stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, im Jahr 2021 bei einer Debatte im Bundestag zur Aufhebung des Transsexuellengesetzes und Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes

„Solche Menschen müssen wir selbstverständlich entsorgen.“ 
AfD-Bundestagsabgeordneter Petr Bystron in seiner Abschiedsrede als Landesvorsitzender der AfD Bayern im Jahr 2017. Es bezieht sich auf die ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD). 

Rechtsextremismus und Gewaltfantasien

„Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und zwar nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde.“
Markus Frohnmaier, MdB, bei einer Demonstration in Erfurt 2015

Du kennst noch weitere hasserfüllte, menschenverachtende oder rechtsextreme Aussagen von einem*r AfD-Politiker*in, die wir hier nicht aufgeführt haben? Schreib es uns mit Angabe und Link zur Quelle:

„Wer versucht, die AfD zu richten, den richtet die AfD!“
Hans-Thomas Tillschneider, MdL, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, im Jahr 2017 in einer Rede beim Bundesparteitag der AfD in Hannover

„Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde.“
Marcel Rauf, Mitarbeiter zweier AfD-Landtagsabgeordneten aus Baden-Württemberg, in einer Chat-Nachricht an einen Freund

„Abschiebung der Antifa nach Buchenwald!“
Mirko Welsch, mittlerweile ehemaliger Kommunalpolitiker der AfD, in einem Tweet 

Infolge solcher und ähnlicher Zitate kam es innerhalb der AfD immer wieder zu internen Konflikten, die zu Austritten prominenter Mitglieder und Gründungsfiguren führten. Der Bundesvorstand versucht oft, der Partei einen gemäßigten Anstrich zu geben. Doch der trügt. Viele Parteimitglieder pflegen nachweislich enge Kontakte mit anderen rechtsextremen und neonazistischen Parteien und Gruppen – wie der Identitären Bewegung und der NPD. Die Positionen sind oftmals sehr ähnlich. 

Frauenfeindlichkeit und Männlichkeitsfanatismus

Die AfD gibt sich auch explizit frauenfeindlich. Sie vertritt ein Frauenbild der 50er-Jahre. Frauen sollen zurück an den Herd; Abtreibungen will sie verbieten. Der AfD liegt besonders die traditionelle „Vater-Mutter-Kind-Familie“ am Herzen, die sie als einzig förderungswürdige Lebensform propagiert. Gleichstellungspolitik braucht es laut AfD nicht. 

„Die strukturelle Benachteiligung von Frauen gleicht einem Yeti: Jeder spricht darüber, aber noch niemand hat ihn ernsthaft gesehen.“
Nicole Höchst, Obfrau der AfD-Bundestagsfraktion bei einer Rede im Bundestag 2018

„Wir müssen unsere Männlichkeit wiederentdecken. Denn nur, wenn wir unsere Männlichkeit wiederentdecken, werden wir mannhaft! (…) Und nur, wenn wir mannhaft werden, werden wir wehrhaft. Und wir müssen wehrhaft werden, liebe Freunde!“
Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD Thüringen, Rede beim AfD-Bundesparteitag in Hannover 2015

„Echte Männer sind rechts. Und als echte Männer wollen wir echte Frauen haben! (…) Feministinnen sind hässliche, grässliche Gestalten.“
Maximilian Krah, ehemals Abgeordneter im Europarat für die AfD (jetzt MdB), 2024 in seiner politischen Aschermittwochsrede

„Quoten nützen übrigens nur unqualifizierten, dummen, faulen, hässlichen und widerwärtigen Frauen.“
Heiner Merz, ehemaliger AfD-Landtagsabgeordneter von Baden-Württemberg, in einer E-Mail an eine Behördenmitarbeiterin

„Wer sich allzu sehr feminisiert, ob Mann oder Land, sollte sich nicht wundern, wenn er schließlich auch gefickt wird.“
Michael Klonovsky, Schriftsteller und ab 2017 parteiloser Berater von Frauke Petry, von 2018 bis 2021 persönlicher Referent von Alexander Gauland, seitdem nach eigenen Angaben Redenschreiber mehrerer AfD-Bundestagsabgeordneter, in einem seiner Bücher

Beobachtung durch den Verfassungsschutz

Mehrere Landesverbände der AfD gelten laut Landesverfassungsschutz schon seit Längerem als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ – darunter die Verbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Sommer 2025 hat der Verfassungsschutz auch die AfD Brandenburg als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. Die Bundes-AfD war im Mai 2025 als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft worden; diese Entscheidung wird derzeit gerichtlich überprüft. Die Partei selbst versucht, sich gemäßigter und bürgerlicher zu präsentieren. 

Denn die Demokratie in Deutschland kann sich aktiv gegen Kräfte schützen, die sie von innen heraus angreifen wollen. Laut Artikel 21 (2) des Grundgesetzes können Parteien verboten werden, wenn sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung beeinträchtigen oder beseitigen wollen oder wenn sie den Bestand der Bundesrepublik Deutschland gefährden. Lies hier fünf Gründe, die für ein AfD-Verbot sprechen. 

Doch fest steht auch: Ein Verbot einer Partei ist in Deutschland ein besonders gravierender Eingriff in die politische Ordnung und unterliegt hohen verfassungsrechtlichen Hürden. Das Verfahren ist juristisch anspruchsvoll, kann sich über mehrere Jahre ziehen und ist mit erheblichen politischen und gesellschaftlichen Hürden verbunden. 


„Remigration ist kein Unwort, Remigration ist eine Selbstverständlichkeit und das Gebot der Stunde.“ Das sagte Ulrich Siegmund, AfD-Politiker in Sachsen-Anhalt, im Jahr 2024 in einem Redebeitrag im Landtag zum Thema „Remigration“. Der 35-Jährige möchte bei der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt der erste AfD-Ministerpräsident werden. Bei dieser Mission unterstützt ihn die Partei großzügig: Über 1,5 Millionen Euro sollen alleine in Sachsen-Anhalt in den Wahlkampf fließen. 

Progressive Kräfte können da aus eigener Tasche kaum gegenhalten. Demokratie-Theater, Plakatkampagnen, Haustürgespräche: für solche vielfältigen Angebote fehlt das Geld. Deshalb hat Campact den NoAfD-Fonds gestartet. Jeden Euro des AfD-Wahlkampfbudgets kontert Campact mit einem Demokratie-Euro. Schließe Dich jetzt an und unterstütze den NoAfD-Fonds. 

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