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Es ist eine Zäsur: 43,8 Prozent der Wähler*innen haben in Sachsen-Anhalt für die AfD gestimmt. Für eine verfassungsfeindliche Partei, die den Rechtsstaat abschaffen, die Gewaltenteilung aushöhlen und Minderheiten ihre Grundrechte verwehren will.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund könnte die erste rechtsextreme Regierung in Deutschland seit dem Ende der Nazi-Diktatur führen. Denn das BSW, das knapp über die Fünf-Prozent-Hürde gesprungen ist, könnte ihm zur Mehrheit verhelfen. Oder auch einzelne Überläufer*innen aus der CDU.

Das Wahlergebnis hat Menschen in ganz Deutschland geschockt. Doch wir müssen nicht tatenlos zu sehen. Lies hier, was Du jetzt tun kannst.

Was Du gegen die AfD tun kannst: Geh zu Demos

Unsere Demokratie verteidigt sich nicht von allein. Wir alle sind gefragt, sie dort zu verteidigen, wo der beste Ort dafür ist – auf der Straße. Schon heute Abend, um 18 Uhr, organisiert Campact gemeinsam mit Fridays for Future eine große Kundgebung am Brandenburger Tor.

Aber nicht nur in Berlin, deutschlandweit stellen sich Tausende an die Seite der Menschen in Sachsen-Anhalt. Wenn es Dir möglich ist, schließe Dich einer Demo in Deiner Nähe an. Eine Übersicht über alle geplanten Demos und Aktionen gegen die AfD findest Du hier.  

Positioniere Dich im öffentlichen Raum

Das starke Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt macht vielen Menschen Angst – nicht nur in Sachsen-Anhalt. Darum ist es umso wichtiger, Flagge zu zeigen. Setz Dich ein für Menschenrechte, für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft und für ein demokratisches Miteinander. 

Denn ob als lokaler Verein, mutige Initiative oder lebendige Nachbarschaft – Demokratie lebt von unten. Wir alle sind aufgerufen, die beeindruckende Arbeit von Initiativen vor Ort zu stärken und selbst aktiv zu werden. Sei das im Sportverein, Elternbeirat, in der Freiwilligen Feuerwehr: überall dort, wo Demokratie täglich gelebt wird.  

Wenn Du ein paar Euro übrig hast: Spende sie.

In Sachsen-Anhalt will die AfD Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus kaputtsparen: Ihr 100-Tage-Programm sieht vor, im Fall einer Regierungsbeteiligung die Landesmittel für diese Stellen zu streichen. Das bedeutet, für Demokratieprojekte, Beratungsstellen oder Jugendzentren vor Ort wird es deutlich schwerer, an Geld zu kommen. Auch, wenn die AfD die absolute Mehrheit knapp verpasst hat, ist die Finanzierung vieler Initiativen vor Ort extrem unsicher.  

Denn Ende 2026 verlieren 200 Demokratie-Projekte frühzeitig ihre Förderung aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!”. Immer mehr Vereine sorgen sich um ihre Gemeinnützigkeit. Die Lage ist angespannt. Unsere Partnerorganisation Deutscher Fonds für Demokratie unterstützt daher systemrelevante Zivilgesellschaft und sichert die Strukturen, die unsere Demokratie tragen. Dank des Fonds gewinnen die betroffenen Organisationen Zeit, um neue Geldgeber zu finden und ihre Arbeit langfristig zu sichern. Mit Deiner Spende machst Du diese Arbeit möglich.

Teilt Euer Wissen und macht Euch krisenfest 

Ist der „worst case“ erst einmal eingetreten, muss die Zivilgesellschaft einen langen Atem beweisen. Zu sehen war das in Polen oder Ungarn, wo autoritäre Regierungen erst nach vielen Jahren abgewählt wurden. Dank ihrer Ausdauer hat es die Zivilgesellschaft vor Ort geschafft, die autoritären Regierungen in die Defensive zu bringen. 

Darum gilt mehr denn je: Bereitet Euch auf den Ernstfall vor. Tauscht Euch aus, baut langfristige Netzwerke auf. Fragt Initiativen vor Ort, was sie benötigen oder wie ihr unterstützen könnt. 

Der Verein Zukunft Demokratie hat einen Fragenkatalog erstellt, der zivilgesellschaftlichen Organisationen als Werkzeugkasten dienen kann, um sich auf potenzielle Bedrohungsszenarien – etwa unter einer rechtsextremen Landesregierung – vorzubereiten, ihre Resilienz zu stärken und handlungsfähig zu bleiben. 

Passt aufeinander auf 

Vielen Menschen machen die Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt gerade Angst. Engagement kann helfen, Ohnmachtsgefühle abzubauen, rät die Sozialpsychologin Pia Lamberty. In ihrem Workbook „Resilienter durch die Wahl“ fasst sie mehrere Strategien zusammen, die bei gesellschaftlichen Belastungen helfen können. Dazu gehört auch: Kontakt und Austausch. „In Gemeinschaft lassen sich oft konstruktivere Perspektiven entwickeln, die Halt und Orientierung geben – insbesondere, wenn die Menschen sich über ähnliche Themen sorgen“, so Lamberty. 

Du hast Freund*innnen oder Bekannte in Sachsen-Anhalt? Dann melde Dich bei ihnen. Frag, wie’s ihnen geht. Frag, was sie brauchen. Sei da. In diesen Tagen sind wir alle gefragt, uns an die Seite all der Menschen in Sachsen-Anhalt zu stellen. 

Wichtig dabei: Achtet auf Eure eigene mentale Gesundheit und sucht Euch wenn nötig Hilfe. Die Telefonseelsorge ist 24 Stunden pro Tag unter 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 erreichbar. 

Die mobile Opferberatung Sachsen-Anhalt bietet außerdem psychosoziale Beratung für Betroffene rechter, rassistischer, antisemitischer oder queerfeindlicher Gewalt an. 

Brandmauer braucht es mehr denn je 

Die Brandmauer gegen die AfD braucht es jetzt mehr denn je, um unsere demokratischen Institutionen zu schützen – in Sachsen-Anhalt und bundesweit. Denn die Politik der AfD zielt darauf ab, das Grundgesetz zu entkernen, indem sie die Unantastbarkeit der Menschenwürde ebenso wie Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip aufgegeben werden.

Wir erwarten von allen Parteien, jede Kooperation mit der AfD auszuschließen. Auch wenn der Wahlsieg der AfD, ihre Präsenz in Parlamenten und Talkshows uns etwas anderes vormachen: Die AfD ist keine demokratische Partei!


Rechtsextremismus ist gefährlich und bedroht unsere Demokratie. Campact setzt sich entschlossen dagegen ein – mit Appellen, Demos und Aktionen im Netz. Du willst nichts mehr verpassen? Dann trage Dich jetzt ein für unseren Newsletter. 

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