5-Minuten-Info: Diesel

Warum soll es Diesel-Fahrverbote geben?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt aktuell gegen mehrere deutsche Städte, in denen die Grenzwerte für Stickoxide (NOx) regelmäßig überschritten werden. Die beiden wichtigsten sind Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). In Deutschland verursachen sie 6.000 vorzeitige Todesfälle jährlich. Das oberste Verwaltungsgericht hat im Februar entschieden, dass Diesel-Fahrverbote notwendig sind, um die Grenzwerte einzuhalten. Wegen der hohen Stickoxid-Belastung droht auch die EU-Kommission Deutschland mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

Wieso werden die Grenzwerte für Stickoxide überschritten?

Zwar hat die EU die Grenzwerte in den letzten Jahren immer wieder gelockert - ganz zur Freude der Autoindustrie - die Autokonzerne überschreiten die Grenzwerte dennoch. Das liegt daran, dass auch neue Diesel bis zu zehnmal mehr Stickoxide ausstoßen als erlaubt. Hersteller wie VW, Audi oder BMW haben ihre Abgastests jahrelang manipuliert. Auf dem Prüfstand hielten die Autos so die Grenzwerte ein, nicht aber auf der Straße. Weltweit wurden elf Millionen Fahrzeuge manipuliert, die meisten in Europa.

Warum sind Dieselabgase gefährlich?

Laut dem Umweltbundesamt verursachen Stickoxide jährlich um die 6.000 vorzeitige Todesfälle allein in Deutschland. Das Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) schädigt das Schleimhautgewebe im Atemtrakt und greift die Augen an. NO2 verstärkt auch die Reizwirkung anderer Luftschadstoffe. Es kann zu Atemnot, Husten, Bronchitis, Lungenödemen, einer Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen und Lungenfunktionsminderung führen. Besonders Asthmatiker leiden unter hohen NO2-Konzentrationen in der Luft.

Können Fahrverbote noch vermieden werden?

Wenn die Motoren der betroffenen Diesel-Pkw umgerüstet werden, können die Stickoxide in den Abgasen um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Diese sogenannten Hardware-Nachrüstungen sind laut ADAC und Verkehrsministerium technisch und wirtschaftlich bei den meisten Fahrzeugen möglich. Die Automobilhersteller lehnen sie jedoch mit Verweis auf die hohen Kosten ab. Expert/innen schätzen, dass die Umrüstungen mehr als zehn Milliarden Euro kosten. Möglicherweise kommen aber auch Nachrüstungen nicht schnell genug, um Fahrverbote noch zu verhindern. Denn die Gerichte haben schnelle Maßnahmen angeordnet.

Gegen die hohe Schadstoffbelastung kann langfristig auch ein umweltschonendes Mobilitätskonzept helfen, wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder der Radwege. Das ist aber zeitintensiv und eignet sich nicht als kurzfristige Maßnahme gegen die zu hohen Stickoxid-Werte.

Braucht es wirklich Hardware-Nachrüstungen oder reichen auch Software-Updates?

Die betroffenen Fahrzeuge müssen nachgerüstet werden. Software-Updates, wie sie die Konzerne vorschlagen, beheben das Problem laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) nicht.

Staat oder Konzerne: Wer finanziert die Nachrüstungen?

Das ist noch offen. Viele fordern, dass die Autohersteller die Kosten selbst tragen sollen. In einer Expertengruppe zum Dieselskandal, eingerichtet vom Verkehrsministerium, wurde diskutiert, die Nachrüstungen vornehmlich aus Steuergeldern zu finanzieren. Union und SPD wollen sich laut Koalitionsvertrag auf die Empfehlung dieser Expertengruppe stützen.

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