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5-Minuten-Info

Keine Kohle für Kohle:
Klimakiller in Krefeld kippen!

Stadtwerke dienen im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung der Daseinsvorsorge. Als Kommunalbetriebe sind sie auf lokaler und regionaler Ebene dafür zuständig, eine Dienstleistungsstruktur im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen.

Dass sie den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet sind, begründet auch die Pflicht, sich an den Zielen und Interessen der Bürger/innen zu orientieren. Bei der Energieversorgung bedeutet das ganz klar: Weg von Kohle und Atom und hin zu Erneuerbaren Energien! Denn die breite Mehrheit will keine gefährliche Atomkraft und klimaschädliche Kohlekraft mehr. Doch noch immer gibt es Stadtwerke, die sich am Neubau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken beteiligen.

Der Stadtwerkeverbund Trianel und das Kohlekraftwerk Krefeld

Im Stadtwerkekonsortium Trianel haben sich viele verschiedene Stadtwerke aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Staaten zusammengetan, um auf dem liberalisierten europäischen Energiemarkt der bestehenden Monopolisierung entgegenzutreten. Allerdings setzt die Trianel auf eine zwiespältige Strategie und setzt neben Offshore-Windkraft auch auf den Neubau von Kohlekraftwerken. Im nordrhein-westfälischen Lünen ist bereits ein Kohlemeiler der Stadtwerke im Bau - und nur weniger Kilometer weiter, in Krefeld, ist ein weiterer in Planung.

Rauchende Schlote

Innerhalb der Trianel haben sich etwa 30 Stadtwerke zusammengeschlossen, um in Krefeld-Uerdingen ein neues Steinkohlekraftwerk zu bauen. Dieses soll pro Jahr die gigantische Menge von 4,6 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen - und das mindestens für die kommenden 40! Effektiver Klimaschutz wäre damit nicht zu schaffen! Am 8. Juli will das Konsortium endgültig entscheiden werden, ob in Krefeld ein Klimakiller gebaut wird - oder doch ein hocheffizientes Gaskraftwerk.

Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise, dass ein Kohlekraftwerk nicht wirtschaftlich betrieben werden könnte. Zwar wird am geplanten Standort neben Strom auch Abwärme für einen Chemiepark benötigt; doch der steigende Preis für Emissionszertifikate schlägt sich genauso auf die Kalkulation nieder, wie die Tatsache, dass Kraftwerke, die sich nicht flexibel an die Stromerzeugung aus Sonne und Wind anpassen können, immer weniger gebraucht werden. Bei einer Beteiligung am Kohlekraftwerk in Krefeld würde also nicht nur das Klima belastet, sondern auch das Geld der Bürger/innen unwirtschaftlich eingesetzt.

Kohle-Protest hilft!

Ursprünglich war von den rund 30 beteiligten Stadtwerken nur bei acht deutschen Stadtwerke bekannt, dass sie sich am Krefelder Kraftwerk beteiligen wollen. Doch inzwischen mussten gleich zwei von ihnen den Kohleplänen eine Absage ereilen: Die Stadtwerke Dachau zogen sich im letzten Sommer aus der Kohle-Beteiligung zurück. Denn durch einen Bürgerentscheid hatten die Menschen vor Ort entschieden: Wir wollen nicht, dass unsere Stadtwerke in einen Klimakiller investieren. In diesem Frühjahr schließlich entschied auch die Enwor aus Herzogenrath aufgrund von Protesten, dass sie sich höchstens im Fall eines Gas- aber keinesfalls an einem Kohlekraftwerk beteiligen würde. Nach weiteren Protesten schwanken jetzt auch die übrigen Stadtwerke, ob sie weiter auf Kohlekraft setzen können. Jetzt müssen wir noch einmal deutlich machen: Die Menschen im Land wollen keinen Stom aus schmutziger Kolekraft mehr!

Krefeld

Der Bau eines Kohlekraftwerks würde die Klima-Bilanz einer ganzen Reihe von Städten schwer belasten: Von Flensburg im Norden bis Kempten im Allgäu sind kommunale Unternehmen aus allen Regionen der Republik an dem Vorhaben beteiligt. So wird deutlich, dass es sich nicht nur um ein Problem der Menschen in Krefeld und den angrenzenden Städten handelt, die den Kohleschmutz abbekommen. Über ihre Stadtwerke wären auch Bürger/innen vom anderen Ende des Landes an dem Kraftwerk beteiligt.

Die Chancen, das Kohlekraftwerk in Krefeld noch zu verhindern, stehen gut. Schon mehrere Stadtwerke haben dem Klima-Killer eine Absage erteilt und würden sich nur beteiligen, wenn anstelle des Kohlemeilers ein hocheffizientes und flexibles Gaskraftwerk entsteht, das seine Energieerzeugung sehr schnell an Sonne und Wind anpassen kann. Zudem hat der Protest der Menschen vor Ort gegen ein Kohlekraftwerk schon häufig zum Erfolg geführt - etwa in Brunsbüttel oder in Dörpen. Dort hat der lautstarke Protest der Bürgerinnen und Bürger dazu beigetragen, dass sich die großen Energiekonzerne von ihren Bauplänen zurückzogen. Helfen Sie jetzt mit zu verhindern, dass kommunale Stadtwerke ein Kohlekraftwerk bauen!

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