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Spätestens bei ihrem Bundesparteitag im Januar 2025 verlor die AfD ihre Maske: Sie will Millionen Menschen aus Deutschland vertreiben, das Wort „Remigration“ kommt explizit in ihrem Wahlprogramm vor. Ihre menschenverachtende und verfassungsfeindliche Gesinnung bedroht uns alle. Lies hier noch mehr Zitate und Aussagen von AfD-Politiker*innen, in denen das deutlich wird.

Besonders erschreckend: Bei den letzten Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen hat die AfD je rund ein Drittel der Stimmen gewonnen; bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im Herbst droht die AfD sogar an die 40 Prozent der Stimmen zu erlangen. Wir müssen uns jetzt wehren und unsere Demokratie verteidigen. Aber wie? Was tun gegen die AfD? Wir stellen Dir fünf Möglichkeiten vor, wie Du Dich jetzt engagieren kannst.

Alles, was Du gegen die AfD tun kannst, im Überblick:

Mit einem Klick auf die jeweilige Aktion landest Du direkt bei der entsprechenden Erklärung.


1. Petitionen und Appelle unterschreiben

Wenn die demokratischen Parteien jetzt nicht geschlossen handeln, könnte die rechtsextreme Partei tatsächlich an die Macht kommen – etwa, indem sie eine Minderheitsregierung toleriert, also bei Abstimmungen unterstützt, oder gar mit demokratischen Parteien gemeinsam abstimmt. So ist es bereits kurz vor der Bundestagswahl passiert: Die AfD wurde erstmals von Friedrich Merz und seiner Union eingeladen, gemeinsam eine politische Mehrheit zu bilden.

Die Mehrheit der Wähler*innen wird bei den anstehenden Wahlen für demokratische Parteien stimmen. Diese sind dann in der Verantwortung, was zu tun und die Rechtsextremen von der Macht fernzuhalten. Die Landesverbände in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hat der Verfassungsschutz bereits als gesichert rechtsextrem eingestuft. Eigentlich sollte noch 2024 verkündet werden, ob dies auch auf die gesamte Partei zutrifft. Derzeit gilt sie noch als rechtsextremer Verdachtsfall.

Ein neues Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte zeigt jetzt: Die AfD ist nachweislich verfassungswidrig. Über 600.000 Menschen unterstützen bereits den Appell von Campact, der sich dafür stark macht, den möglichen Erfolg eines AfD-Verbotsverfahrens zu prüfen. Das Parteiverbot ist das schärfste Schwert der wehrhaften Demokratie. Hier findest Du fünf Gründe für ein AfD-Verbot. Schließe Dich jetzt dem Appell an.

Klicke hier und unterzeichne jetzt für ein AfD-Verbotsverfahren

2. Was Du gegen die AfD tun kannst: Zu Demos gehen

Die AfD vertritt nicht das „Volk“, obwohl sie es immer behauptet. Die Menschen, die gegen ihre Haltungen und Wertevorstellungen sind, sind mehr! Viel mehr. Das sollten alle sehen. In den vergangenen Jahren sind immer wieder hunderttausende Menschen gegen Rassismus, Antisemitismus, Islamismus und Muslimfeindlichkeit auf die Straße gegangen.

3. Laut sein und Rassismus und Co. widersprechen

Viele Menschen verstehen immer noch nicht, wie gefährlich die AfD und ihr Umfeld wirklich sind. Das ist ihre Strategie: Im bürgerlichen Gewand versucht sie sich als normale Partei zu etablieren. Die AfD ist keine normale Partei. Höre nicht auf, Deine Mitmenschen zu informieren, und teile verlässliche Quellen, zum Beispiel die Correctiv-Recherchen.

Gerade im Internet, ob in Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken, sind rechte Trolle unterwegs. Lass die Kommentare nicht so stehen, sondern zeige: Populistische Propaganda und Meinungsmache bleibt nicht unwidersprochen. Auch rechte Gewalt kann online gemeldet und verfolgt werden.

Interagiere mit und teile die Beiträge von Anti-Rechts-Aktivist*innen oder gestalte eigenen Content – denn Wahlen und Mehrheiten werden längst auch online gewonnen. Warum es wirkt: Es gibt uns allen Hoffnung und Bestärkung, dass wir nicht alleine sind. Das ist psychologisch wichtig! Der Verbreitung von Hass und Lügen wird so Einhalt geboten.

Auch offline, zum Beispiel bei Familientreffen, Stammtischen oder Vereinstreffen, fallen immer mal wieder völkische Parolen oder Aussagen, die einfach nicht ok sind. Auch hier gilt: Zeigen, dass diese Meinungen keine Vorherrschaft haben! Wie Du Dich im persönlichen Gespräch erfolgreich behauptest, liest Du in unserer Kolumne „Gegenredehandbuch“.

Um Dich im Gespräch gegen antisemitische Aussagen wehren zu können, schau Dir diesen Blogbeitrag an.

4. Antirassistische und antifaschistische Initiativen unterstützen

Es gibt Organisationen, die unermüdlich gute Arbeit gegen Rechts und die Hetze der AfD leisten. Diese können immer Unterstützung gebrauchen – finanziell, im Netz oder als Unterstützer*in vor Ort. Im Campact-Blog haben wir bereits fünf kleine Initiativen vorgestellt, die Großes leisten.

Gerade jetzt, aber auch in den kommenden Monaten braucht die demokratische Zivilgesellschaft Rückhalt. Ein Beispiel ist die Amadeu Antonio Stiftung, die sich bereits seit 25 Jahren gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagiert. In Sachsen ist das Netzwerk Tolerantes Sachsen aktiv und hat eine eigene Liste mit lokalen Initiativen zusammengetragen.

In Sachsen-Anhalt wiederum setzt sich ein Netzwerk aus 120 Organisationen und Einzelpersonen für Menschen mit Migrationshintergrund ein. Und in Halberstadt macht sich die ZORA seit über drei Jahrzehnten für einen Ort stark, an dem alle sicher sind.

Das sind nur wenige Beispiele. Auch in anderen ostdeutschen Bundesländern und anderen Landesteilen gibt es solche Initiativen. Darüber hinaus gibt es in eigentlich jeder Stadt, jedem Ort und jedem Kreis Anti-Rechts-Verbände. Suche dafür im Internet nach Deiner Stadt und den Begriffen „Anti-Rechts“, „gegen Rechts“ oder „gegen Rechtsextremismus“.

5. Ally sein und BiPoc-Personen zur Seite stehen

Wer von den Plänen der AfD ganz akut bedroht und in Gefahr ist: BiPoc, queere Menschen und Personen mit Behinderungen. Denn sie kommen in dem engen Weltbild der Partei nicht vor. Das bedeutet für nicht-marginalisierte Personen, jetzt ganz besonders aktiv zu werden und etwas zu tun.

BIPoC ist eine Abkürzung aus dem Englischen für Black People, Indigenous People and People of Colour. Auf Deutsch bedeutet das Schwarze Menschen, Indigene Menschen und Menschen of Colour. Diese sind politische Selbstbezeichnungen von Menschen, die in weiß dominierten Kontexten rassifiziert werden, also rassistische Diskriminierungen erfahren.

Dazu gehören all die Punkte, die hier unter 1–4 aufgelistet sind. Aber auch, seine eigene Wirkmächtigkeit und Tatkraft zu nutzen und gleichzeitig damit den benachteiligten Gruppen zu signalisieren: Ihr seid nicht alleine, wir stehen zu Euch und zusammen.

Wichtig ist in dem Kontext auch, sich selbst weiterzubilden, zum Beispiel über Schwarze Geschichte in Deutschland und den Black History Month. In diesem Blog-Beitrag liest Du außerdem, wie Du ein effektiver Ally für queere Personen sein kannst.


Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir als demokratische Gesellschaft zusammenstehen und die AfD bekämpfen. Die Demokratie braucht den Schutz einer mündigen Bevölkerung, wenn wir nicht wollen, dass sich die Geschichte wiederholt. Die AfD und andere rechte Gesinnungsträger sind eine echte Gefahr.

Wir hoffen, dass Du jetzt weißt, was Du gegen die AfD tun kannst – und Dir unsere Tipps zu Herzen nimmst!


Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag ist zuerst am 16. Januar 2024 veröffentlicht worden. Wir haben ihn im Februar 2025 sowie im Juni 2026 aktualisiert und neu veröffentlicht.

Autor*innen

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